Mittwoch, 11. Juli 2018

Die russische Seele in Archangelsk

Holzfloß, Strand

Sergej

Strand im Zentrum

Sauna

11.07.

Am Sonntag Abend um 18 Uhr  ist das Wetter zunächst günstig, wir lichten
den Anker und fahren Richtung Archangelsk. Wie bisher leider allzu oft
ist der Wind von vorn, so daß wir zunächst ein ganzes Stück nach Norden
kreuzen müssen, um schließlich die Ansteuerung von Archangelsk anliegen
zu können. Die Windrichtung bleibt konstant auf Nordost, der Wind nimmt
aber auf Sturmstärke zu, so daß wir ordentlich durchgeschüttelt werden
und nur langsam vorankommen. Schließlich sind wir Dienstag morgen an der
Ansteuerungstonne. Schlagartig läßt der Wind nach und wir segeln
raumschots die 27 Meilen lange Flußmündung der Dvina rauf nach
Archangelsk. Vorbei an zahlreichen großen Holzflößen, die am Ufer
festgemacht sind und Industrieanlagen. Nachdem wir 2 Tage auf See
gefroren haben, ist plötzlich Sommer auf 65 Grad Nord, wir ziehen nach
und nach die Winterklamotten aus, an den Ufern der Dvina ist reger
Badebetrieb bei 26 Grad Lufttemperatur und strahlendem Sonnenschein. In
Archangelsk erwartet uns Sergej, weist uns einen Liegeplatz mitten in
der Stadt zu und lädt uns zu Freunden ins Banja ein. Wir fahren mit dem
Taxi etwas aus der Stadt heraus und finden uns in einem über 100 Jahre
alten Blockhaus, bewohnt von Iwan und seiner Frau, beide um die 70, er
Künstler - Maler und ehemaliger Seefahrer der Handelsmarine, sie
Sängerin. Es sind noch Freunde von ihnen da, auch Künstler um die 70,
Klaviervirtuosen. Nach dem Schwitzen und frisch gewaschen werden wir
fürstlich bewirtet und Bier, Wein und Wodka fließen. Der Abend wird
immer lustiger , alle spielen Instrumente, Gitarren und Klavier und so
manches russisches Lied fließt elegisch durch den liebevoll gestalteten
Raum mit lauter Souvenirs von den Reisen mit der Handelsmarine und Iwans
Kunstwerken. Wieder einmal bedauere ich es zutiefst, kein russisch zu
verstehen. Hier lebt sie, die russische Seele.

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