Hallo Zusammen,
Stellt Euch vor, es ist rabenschwarze Nacht. Dunkle Wolken verhüllen die Sterne, der Mond ist untergegangen. Der Wind kommt wie meist auf diesem Törn von vorn, wir kreuzen gegenan mit Groß und Genua, der Wind ist schwach. Am Horizont achteraus sieht man hin und wieder Wetterleuchten. Vorsorglich kommt das 2. Reff ins Groß. Da legt der Wind zu und wir staunen über Blitze, die aus den Wolken senkrecht ins Wasser fahren, Donner ist noch nicht zu hören. Der Wind nimmt weiter zu, so daß wir das Groß ganz wegnehmen und die Genua auf 1/4 einrollen. Da setzt Regen ein und der Wind verschwindet wieder.. Wir dümpeln im zunehmenden Wetterleuchten, die Blitze schlagen jetzt steuerbord ins Wasser. Oft aktivieren sie auch den Radaralarm, dessen Piepsen nervt, obwohl kein Schiff in der Nähe ist. Ausreffen? Kaum angedacht, setzt der Wind mit Sturmstärke wieder ein und der Regen fliegt waagerecht übers Schiff. Die Einschläge kommen näher und jetzt ist auch Donner da. Wir sind zwar in einer Art Faraday´schem Käfig, aber wenn der Blitz in den Mast schlägt, kann einiges an Elektronik kaputtgehen.. Ganz schön unheimlich und gruselig. Dann zieht das Gewitter steuerbord vorbei und wir können etwas ausreffen, aber das Spielchen wiederholt sich noch mehrmals. So lassen wir es dümpeln mit weitgehend eingerolltem Segel. Am Morgen ist der Spuk dann vorbei und die Sonne strahlt wieder. Und das wiederholt sich in der nächsten Nacht. Hoffentlich ist es jetzt vorüber.
So dümpeln wir unserem nächsten Ziel entgegen. Wir wollen nach Angra dos Reis, das ist 50 Meilen westlich von Rio.
Viele Grüße aus dem subtropischen Südatlantik von Jürgen
von der Leon de Mar
Montag, 19. April 2010
Dienstag, 6. April 2010
Rio Rosario II
Hallo Zusammen,
Jetzt stecken wir doch erstmal im Rio Rosario fest. Beim Versuch loszufahren, ist der Anlasser verbrannt, weil der Zündschlüssel von der "Anlaß-Stellung" nicht in die "Fahr-Stellung" zurückgesprungen ist. Der nette Schwiegersohn in Spe des hiesigen Gastwirtes des "El Muelle", hat den Anlasser mit nach Montevideo genommen und will ihn noch diese Woche repariert zurück schicken. Mal sehen. So haben wir doch noch Zeit gefunden, Freunde zu besuchen: Mein Freund Thomas aus Berlin hat einen uruguayischen Freund Bruno, Tierarzt und Farmer, verheiratet mit Graciela, Dermatologin.
Sie leben hier in der Nähe in Valdense, einem Örtchen, das vor langer Zeit von Valdensern gegründet worden ist, die die Wirren vor der Reformation überlebt haben.
Er ist Tierarzt, arbeitet aber nicht mehr als solcher, sondern ist jetzt Farmer mit riesigen Ländereien, die einer Art Genossenschaft gehören oder von dieser gepachtet sind, wenn ich es richtig verstanden habe. Ca. 60 Milchkühe, unzählige Rinder und Kälber und riesige Flächen mit Mais, Soja und Getreide. Sie haben uns drei Tage bei sich behalten und bewirtet in ihrem wunderschönen Haus. Sie arbeitet als Dermatologin in einer Art Gemeinschaftspraxis. Wenn ich es richtig verstanden habe, ist der normale Uruguayer für ca. 60 Dollar im Monat versichert. Dazu ist er Mitglied eines Krankenhauses und wenn dort die Behandlung nicht gemacht werden kann, geht er mit einem Gutschein im Wert von ca. 9 Euro zum Facharzt, der für jede Behandlung dann diese 9 Euro abrechnet, in diesem Fall die Gemeinschaftspraxis, in der die Ärzte dann nach der Anzahl ihrer Konsultationen bezahlt werden. Wieviel unter dem Strich rauskommt, habe ich nicht erfahren.
Sonst war es sehr interessant, über das Land zu fahren und die verschiedenen Betriebsteile zu sehen und die Menschen, die dort arbeiten. Hier ist es etwas hügeliger, als Ostfriesland, aber ebenso weit. Die Felder sind eher noch größer und das Land dünn besiedelt. Hier in der Nähe ist eine Valdenser- Gemeinde und eine Menoniten-Gemeinde, letztere leben recht isoliert und unter sich und bewirtschaften das Land wie eine Kommune gemeinsam, zumindest habe ich es so verstanden. Außerdem ein Dorf von Schweizern gegründet, Nueva Helvetia, mit viel schweizerischer Atmosphäre.
Auch das Haus von Mengele, wo er nach dem Krieg jahrelang ungestört leben konnte, haben wir gesehen.
Sie haben uns drei Tage beherbergt, bestens bewirtet und uns einiges vom uruguayischen Leben gezeigt. Die Atmosphäre ist dörflich - man kennt sich -, die Landschaft eben bis leicht hügelig, grün und freundlich, sehr große Felder, viele Rinder, etwas Milchvieh, einige Lebensmittelbetriebe. Alle hier sind äußerst gastfreundlich.
Auf einer Sonnenuhr in Nueva Helvetia steht der Spruch:
Machs doch wie die Sonnenuhr,
Zähl die heitere Stunde nur.
Viele Grüße aus dem sonnigen, langsam herbstlich werdenden Uruguay von
Jürgen von der Leon de Mar
Jetzt stecken wir doch erstmal im Rio Rosario fest. Beim Versuch loszufahren, ist der Anlasser verbrannt, weil der Zündschlüssel von der "Anlaß-Stellung" nicht in die "Fahr-Stellung" zurückgesprungen ist. Der nette Schwiegersohn in Spe des hiesigen Gastwirtes des "El Muelle", hat den Anlasser mit nach Montevideo genommen und will ihn noch diese Woche repariert zurück schicken. Mal sehen. So haben wir doch noch Zeit gefunden, Freunde zu besuchen: Mein Freund Thomas aus Berlin hat einen uruguayischen Freund Bruno, Tierarzt und Farmer, verheiratet mit Graciela, Dermatologin.
Sie leben hier in der Nähe in Valdense, einem Örtchen, das vor langer Zeit von Valdensern gegründet worden ist, die die Wirren vor der Reformation überlebt haben.
Er ist Tierarzt, arbeitet aber nicht mehr als solcher, sondern ist jetzt Farmer mit riesigen Ländereien, die einer Art Genossenschaft gehören oder von dieser gepachtet sind, wenn ich es richtig verstanden habe. Ca. 60 Milchkühe, unzählige Rinder und Kälber und riesige Flächen mit Mais, Soja und Getreide. Sie haben uns drei Tage bei sich behalten und bewirtet in ihrem wunderschönen Haus. Sie arbeitet als Dermatologin in einer Art Gemeinschaftspraxis. Wenn ich es richtig verstanden habe, ist der normale Uruguayer für ca. 60 Dollar im Monat versichert. Dazu ist er Mitglied eines Krankenhauses und wenn dort die Behandlung nicht gemacht werden kann, geht er mit einem Gutschein im Wert von ca. 9 Euro zum Facharzt, der für jede Behandlung dann diese 9 Euro abrechnet, in diesem Fall die Gemeinschaftspraxis, in der die Ärzte dann nach der Anzahl ihrer Konsultationen bezahlt werden. Wieviel unter dem Strich rauskommt, habe ich nicht erfahren.
Sonst war es sehr interessant, über das Land zu fahren und die verschiedenen Betriebsteile zu sehen und die Menschen, die dort arbeiten. Hier ist es etwas hügeliger, als Ostfriesland, aber ebenso weit. Die Felder sind eher noch größer und das Land dünn besiedelt. Hier in der Nähe ist eine Valdenser- Gemeinde und eine Menoniten-Gemeinde, letztere leben recht isoliert und unter sich und bewirtschaften das Land wie eine Kommune gemeinsam, zumindest habe ich es so verstanden. Außerdem ein Dorf von Schweizern gegründet, Nueva Helvetia, mit viel schweizerischer Atmosphäre.
Auch das Haus von Mengele, wo er nach dem Krieg jahrelang ungestört leben konnte, haben wir gesehen.
Sie haben uns drei Tage beherbergt, bestens bewirtet und uns einiges vom uruguayischen Leben gezeigt. Die Atmosphäre ist dörflich - man kennt sich -, die Landschaft eben bis leicht hügelig, grün und freundlich, sehr große Felder, viele Rinder, etwas Milchvieh, einige Lebensmittelbetriebe. Alle hier sind äußerst gastfreundlich.
Auf einer Sonnenuhr in Nueva Helvetia steht der Spruch:
Machs doch wie die Sonnenuhr,
Zähl die heitere Stunde nur.
Viele Grüße aus dem sonnigen, langsam herbstlich werdenden Uruguay von
Jürgen von der Leon de Mar
Dienstag, 30. März 2010
Rio Rosario
Hallo Zusammen,
In Colonia gibt es einen ganz versierten Mitarbeiter der Hafenbehörde Hidrografia. Er hilft mir, die festsitzenden Lagerreste der alten Kugellager der Steuersäule zu entfernen und besorgt auch gleich noch neue Lager aus Montevideo, so daß ich schon am nächsten Tag die Steuersäule wieder zusammenbauen kann. Und dann der Vergaser des Außenborders. Er hat bei dem Sturm offensichtlich auch Wasser abbekommen und ist mit dicken Salzkrusten innen und außen belegt. Alle beweglichen Teile sind festgefressen. Mechanische Reinigung, Eimsprühen mit WD 40 und Einlegen über Nacht in Diesel bringen keine Besserung, aber der Hafenmeister bekommt den Vergaser einigermaßen hin, so daß der Außenborder wieder läuft. Die Einstellschrauben für das Gemisch und die Düsen sind aber weiter nicht zu bewegen, so daß wohl doch bald ein neuer Vergaser fällig ist.
Nach einigen Tagen in der Touristenidylle Colonia, wo man übrigens in allen von uns besuchten Restaurants bemerkenswert schlechtes Essen serviert, wollen wir weiter Richtung Juan Lacaze. Aber davor ist zunächst die Prefectura, hier auf einem kleinen Schiffchen im Hafen: Matthias und Maren haben ja abgemustert und sind zurück nach Deutschland geflogen. Ich sage das dem Beamten und der kramt eine Bestimmung hervor, daß man sich offenbar persönlich und mit Pass bei der Prefectura aus der "Rollo" austragen lassen muß. Kurzzeitig ist von einer "Multa", einer Strafe in Höhe von ca. 500 Euro die Rede, nach geduldigem Abwarten und freundlichem Lächeln meinerseits händigt der Beamte mir dann doch die "Rollo" aus, hat aber Maren und Matthias nicht ausgetragen.
In Juan Lacaze müssen wir wieder zur Prefectura, dort wundert man sich über die Rollo mit 4 Besatzungsmitgliedern, trägt aber dann auf dem Stempel ein, daß wir zu zweit sind.
Die ominöse "Rollo" ist übrigens eine Kopie des Papiers, das die argentinische Prefectura angefertigt hat, und auf dessen Rückseite sich die uruguayischen Stempel jetzt häufen.
Juan Lacaze hat einen ganz neugebauten, recht großen Yachthafen, ist aber eher leer, vermutlich wegen der Zellstoff- und Papierfabrik, die in den Hafen stinkt. Das Städtchen ist auch eher heruntergekommen und verschlafen.
So fahren wir weiter zum nahegelegenen Rio Rosario, wo wir ein wahres Paradies finden. In einem Nebenarrm des Flusses, nahe der Mündung tasten wir uns durch flaches Wasser vor zu einer Anlegestelle vor einem kleinen Restaurant "La Muelle" zwischen Trauerweiden, Schilf, Palmen und netten Wirtsleuten, leider ohne Internetanschluß.
Heute abend wollen wir dann weiter Richtung Buceo, dem Yachthafen von Montevideo
Liebe Grüße von Jürgen
www.LeonDeMar-Mitsegeln.de
In Colonia gibt es einen ganz versierten Mitarbeiter der Hafenbehörde Hidrografia. Er hilft mir, die festsitzenden Lagerreste der alten Kugellager der Steuersäule zu entfernen und besorgt auch gleich noch neue Lager aus Montevideo, so daß ich schon am nächsten Tag die Steuersäule wieder zusammenbauen kann. Und dann der Vergaser des Außenborders. Er hat bei dem Sturm offensichtlich auch Wasser abbekommen und ist mit dicken Salzkrusten innen und außen belegt. Alle beweglichen Teile sind festgefressen. Mechanische Reinigung, Eimsprühen mit WD 40 und Einlegen über Nacht in Diesel bringen keine Besserung, aber der Hafenmeister bekommt den Vergaser einigermaßen hin, so daß der Außenborder wieder läuft. Die Einstellschrauben für das Gemisch und die Düsen sind aber weiter nicht zu bewegen, so daß wohl doch bald ein neuer Vergaser fällig ist.
Nach einigen Tagen in der Touristenidylle Colonia, wo man übrigens in allen von uns besuchten Restaurants bemerkenswert schlechtes Essen serviert, wollen wir weiter Richtung Juan Lacaze. Aber davor ist zunächst die Prefectura, hier auf einem kleinen Schiffchen im Hafen: Matthias und Maren haben ja abgemustert und sind zurück nach Deutschland geflogen. Ich sage das dem Beamten und der kramt eine Bestimmung hervor, daß man sich offenbar persönlich und mit Pass bei der Prefectura aus der "Rollo" austragen lassen muß. Kurzzeitig ist von einer "Multa", einer Strafe in Höhe von ca. 500 Euro die Rede, nach geduldigem Abwarten und freundlichem Lächeln meinerseits händigt der Beamte mir dann doch die "Rollo" aus, hat aber Maren und Matthias nicht ausgetragen.
In Juan Lacaze müssen wir wieder zur Prefectura, dort wundert man sich über die Rollo mit 4 Besatzungsmitgliedern, trägt aber dann auf dem Stempel ein, daß wir zu zweit sind.
Die ominöse "Rollo" ist übrigens eine Kopie des Papiers, das die argentinische Prefectura angefertigt hat, und auf dessen Rückseite sich die uruguayischen Stempel jetzt häufen.
Juan Lacaze hat einen ganz neugebauten, recht großen Yachthafen, ist aber eher leer, vermutlich wegen der Zellstoff- und Papierfabrik, die in den Hafen stinkt. Das Städtchen ist auch eher heruntergekommen und verschlafen.
So fahren wir weiter zum nahegelegenen Rio Rosario, wo wir ein wahres Paradies finden. In einem Nebenarrm des Flusses, nahe der Mündung tasten wir uns durch flaches Wasser vor zu einer Anlegestelle vor einem kleinen Restaurant "La Muelle" zwischen Trauerweiden, Schilf, Palmen und netten Wirtsleuten, leider ohne Internetanschluß.
Heute abend wollen wir dann weiter Richtung Buceo, dem Yachthafen von Montevideo
Liebe Grüße von Jürgen
www.LeonDeMar-Mitsegeln.de
Sonntag, 21. März 2010
Colonia de Sacramento
Hallo Zusammen,
Wenn man kein Glück hat, kommt meistens noch Pech dazu. Zu dem Ärger mit den Sturmschäden kommt jetzt noch die Steuersäule. Sie hat oben und unten je ein Kugellager und diese Lager sind zerfallen. Man kann die Steuersäule auseinanderschrauben,, aber die Reste der Lager nicht ohne Spezialwerkzeug entfernen. Dummerweise paßt das Ersatzlager, das ich von Deutschland mitgebracht habe, auch nicht. Ich habe also dem hilfsbereiten Hafenmeister alles mitgegeben, morgen will er eine Werkstatt
aufsuchen, dort sollen die alten Lagerreste entfernt werden, ob ich dann passende Lager bekomme, muß ich sehen, notfalls muß ich nach Buenos Aires zurück.
Ja Buenos Aires, eine wahre Großstadt. Als wir abends vor dem Yachtclub ankommen, ist der Eingang mit einer schwimmenden Brücke verschlossen. Aber wir finden einen netten Marinero, der das Tor öffnet und uns zu einer Mooring geleitet. Am nächsten Morgen heißt es einklarieren. Erst Anmeldung im Yachthafen, ganz einfach, und wir sind für eine Woche kostenfrei Gäste des Yacht-Club Argentino. Aber wir müssen noch zu Zoll und Prefectura (Wasserschutzpolizei). Immigration sparen wir uns, da wir schon argentinische Stempel in den Pässen haben. Ich zeige dem Taxifahrer den kopierten Stadtplan, den ich vom Yachtclub erhalten habe mit der Adresse der Aduana (Zoll). Er fährt uns daraufhin zum Hauptzollamt, wo man uns sagt, unsere Zollstelle sei ganz woanders. Also wieder ein Taxi und wir kommen zu einer Zollaußenstelle in der Nähe eines Slumviertels, schwer vergittert, wo uns die nette Zöllnerin nach der Zollbescheinigung von Ushuaia fragt. Die haben wir nicht, sind also illegal im Land..Sie stellt also eine Bescheinigung aus, daß wir erst seit gestern in Argentinien seien, damit müssen wir zur Prefectura.
Ich gebe dem Taxifahrer die Adresse mit Straße und Hausnummer und er fragt sich dann durch. Er fragt nach und nach ungefähr 7 Polizisten nach dem Weg und schließlich halten wir vor einer großen Polizeikaserne. Die Wachhabenden weisen uns einen Block weiter und wir verlassen das Taxi vor einer Omnibus-Waschanlage. Da drinnen sei die Prefectura versichert der Taxifahrer. Aber wir müssen noch gut 500 m in die entgegengesetzte Richtung laufen. Drinnen dann 3 Beamte hinter einem Tresen, die nach einem merkwürdigen Bingo-System Nummern aufrufen und Argentiniern irgendwelche Papiere ausstellen. Nach einer Stunde sind wir dran und erhalten unsere Eireisepapiere. Zur Ausreise müssen wir dann zu allen Behörden nochmal.. So vergeht ein ganzer Tag mit Behördenkram.
Anderentags gehe ich auf die Suche nach einem Schlauchboot. Die Firma ist schnell gefunden und wir sind uns schnell handelseinig und ich bezahle mit Mastercard. Eben soll noch die Rechnung fertiggemacht werden, aber der Chef braucht dazu meinen Pass. Den habe ich nicht dabei, mit dem Personalausweis ist er nicht zufrieden, so warten wir fast 2 Stunden. Schließlich platzt mir der Kragen und ich sage recht lautstark, er solle mir sofort mein Geld wiedergeben, ich würde gar nichts kaufen und wenn er schon unbedingt einen Pass brauche, solle er das vor dem Abbuchen des Rechnungsbertrages sagen... und plötzlich geht alles dann doch recht schnell über die Bühne und ich bin Besitzer eines neuen Schlauchbootes mit hartem Boden..
Zwei Abende verbringen wir mit Christina, einer Verwandten meines Freundes Thomas aus Berlin, eine Nacht in einer Tango-Bar.
Der argentinische Tango wirkt ungemein steif und überhaupt nicht erotisch. Man umklammert seine Partnerin leicht oberhalb der Brust und beide lehnen sich dann etwas nach vorn, so daß Becken und Beine einen gehörigen Abstand haben, wie ein Dreieck. Dann schreitet man gemessenen Schrittes über die Tanzfläche. Man schaut ernst und spricht kein Wort. Nach 4 Tänzen ist kurze Pause und man fordert dann eine andere Partnerin auf. Die Athmosphäre ist ähnlich wie in einer Tanzschule, das Publikum zwischen 35 und 75.
Am Plaza de Mayo demonstrieren nicht nur die Mütter und Großmütter der Verschwundenen zur Zeit der Militärdiktatur, sondern auch 2 Gruppen von Veteranen des Malvinen- oder Falklandkrieges und eine Gruppe Tupmamaros, aber alles wirkt friedlich.
Sonst ist Buenos Aires eine Großstadt mit breiten Alleen mit 6 Fahrspuren in jede Richtung und unwahrscheinlichem Autoverkehr. Manche Ampeln scheinen bindend, andere nur Empfehlungen.
Im alten Hafenviertel hat man die alten Kornspeicher aufwendig renoviert und Restaurants und Edelboutiquen laden die Großstädter zum flanieren ein. Es wirkt ein wenig wie Hamburg, nur größer. Drumrum stehen neue Hochhäuser und es wird fleißig weiter gebaut. Von Wirtschaftskrise keine Spur. Auch im neuen Hafen ist viel los mit Containerschiffen und Kreuzfahrern.
Am 16.3. setzten wir wieder Segel und landen nach einer angenehmen Überfahrt über den Rio La Plata, gelbes Wasser mit viel schwimmendem Grünzeug und Bäumen, teils schwimmenden 10 qm Wiesenstücken, in Colonia de Sacramento, Uruguay, einer verschlafenen Touristenstadt aus dem 18.- 19. Jahrhundert, alles alt und teils renoviert, Weltkulturerbe und beliebtes Wochenendziel für Argentinier.
Mangels Segelwind bleiben wir zunächst hier und nachdem Maren und Matthias wieder nach Hause mußten, haben Rudi und ich Zeit, die fälligen Reparaturen zu erledigen.
Viele Grüße von der Leon De Mar aus La Colonia von
Jürgen
Wenn man kein Glück hat, kommt meistens noch Pech dazu. Zu dem Ärger mit den Sturmschäden kommt jetzt noch die Steuersäule. Sie hat oben und unten je ein Kugellager und diese Lager sind zerfallen. Man kann die Steuersäule auseinanderschrauben,, aber die Reste der Lager nicht ohne Spezialwerkzeug entfernen. Dummerweise paßt das Ersatzlager, das ich von Deutschland mitgebracht habe, auch nicht. Ich habe also dem hilfsbereiten Hafenmeister alles mitgegeben, morgen will er eine Werkstatt
aufsuchen, dort sollen die alten Lagerreste entfernt werden, ob ich dann passende Lager bekomme, muß ich sehen, notfalls muß ich nach Buenos Aires zurück.
Ja Buenos Aires, eine wahre Großstadt. Als wir abends vor dem Yachtclub ankommen, ist der Eingang mit einer schwimmenden Brücke verschlossen. Aber wir finden einen netten Marinero, der das Tor öffnet und uns zu einer Mooring geleitet. Am nächsten Morgen heißt es einklarieren. Erst Anmeldung im Yachthafen, ganz einfach, und wir sind für eine Woche kostenfrei Gäste des Yacht-Club Argentino. Aber wir müssen noch zu Zoll und Prefectura (Wasserschutzpolizei). Immigration sparen wir uns, da wir schon argentinische Stempel in den Pässen haben. Ich zeige dem Taxifahrer den kopierten Stadtplan, den ich vom Yachtclub erhalten habe mit der Adresse der Aduana (Zoll). Er fährt uns daraufhin zum Hauptzollamt, wo man uns sagt, unsere Zollstelle sei ganz woanders. Also wieder ein Taxi und wir kommen zu einer Zollaußenstelle in der Nähe eines Slumviertels, schwer vergittert, wo uns die nette Zöllnerin nach der Zollbescheinigung von Ushuaia fragt. Die haben wir nicht, sind also illegal im Land..Sie stellt also eine Bescheinigung aus, daß wir erst seit gestern in Argentinien seien, damit müssen wir zur Prefectura.
Ich gebe dem Taxifahrer die Adresse mit Straße und Hausnummer und er fragt sich dann durch. Er fragt nach und nach ungefähr 7 Polizisten nach dem Weg und schließlich halten wir vor einer großen Polizeikaserne. Die Wachhabenden weisen uns einen Block weiter und wir verlassen das Taxi vor einer Omnibus-Waschanlage. Da drinnen sei die Prefectura versichert der Taxifahrer. Aber wir müssen noch gut 500 m in die entgegengesetzte Richtung laufen. Drinnen dann 3 Beamte hinter einem Tresen, die nach einem merkwürdigen Bingo-System Nummern aufrufen und Argentiniern irgendwelche Papiere ausstellen. Nach einer Stunde sind wir dran und erhalten unsere Eireisepapiere. Zur Ausreise müssen wir dann zu allen Behörden nochmal.. So vergeht ein ganzer Tag mit Behördenkram.
Anderentags gehe ich auf die Suche nach einem Schlauchboot. Die Firma ist schnell gefunden und wir sind uns schnell handelseinig und ich bezahle mit Mastercard. Eben soll noch die Rechnung fertiggemacht werden, aber der Chef braucht dazu meinen Pass. Den habe ich nicht dabei, mit dem Personalausweis ist er nicht zufrieden, so warten wir fast 2 Stunden. Schließlich platzt mir der Kragen und ich sage recht lautstark, er solle mir sofort mein Geld wiedergeben, ich würde gar nichts kaufen und wenn er schon unbedingt einen Pass brauche, solle er das vor dem Abbuchen des Rechnungsbertrages sagen... und plötzlich geht alles dann doch recht schnell über die Bühne und ich bin Besitzer eines neuen Schlauchbootes mit hartem Boden..
Zwei Abende verbringen wir mit Christina, einer Verwandten meines Freundes Thomas aus Berlin, eine Nacht in einer Tango-Bar.
Der argentinische Tango wirkt ungemein steif und überhaupt nicht erotisch. Man umklammert seine Partnerin leicht oberhalb der Brust und beide lehnen sich dann etwas nach vorn, so daß Becken und Beine einen gehörigen Abstand haben, wie ein Dreieck. Dann schreitet man gemessenen Schrittes über die Tanzfläche. Man schaut ernst und spricht kein Wort. Nach 4 Tänzen ist kurze Pause und man fordert dann eine andere Partnerin auf. Die Athmosphäre ist ähnlich wie in einer Tanzschule, das Publikum zwischen 35 und 75.
Am Plaza de Mayo demonstrieren nicht nur die Mütter und Großmütter der Verschwundenen zur Zeit der Militärdiktatur, sondern auch 2 Gruppen von Veteranen des Malvinen- oder Falklandkrieges und eine Gruppe Tupmamaros, aber alles wirkt friedlich.
Sonst ist Buenos Aires eine Großstadt mit breiten Alleen mit 6 Fahrspuren in jede Richtung und unwahrscheinlichem Autoverkehr. Manche Ampeln scheinen bindend, andere nur Empfehlungen.
Im alten Hafenviertel hat man die alten Kornspeicher aufwendig renoviert und Restaurants und Edelboutiquen laden die Großstädter zum flanieren ein. Es wirkt ein wenig wie Hamburg, nur größer. Drumrum stehen neue Hochhäuser und es wird fleißig weiter gebaut. Von Wirtschaftskrise keine Spur. Auch im neuen Hafen ist viel los mit Containerschiffen und Kreuzfahrern.
Am 16.3. setzten wir wieder Segel und landen nach einer angenehmen Überfahrt über den Rio La Plata, gelbes Wasser mit viel schwimmendem Grünzeug und Bäumen, teils schwimmenden 10 qm Wiesenstücken, in Colonia de Sacramento, Uruguay, einer verschlafenen Touristenstadt aus dem 18.- 19. Jahrhundert, alles alt und teils renoviert, Weltkulturerbe und beliebtes Wochenendziel für Argentinier.
Mangels Segelwind bleiben wir zunächst hier und nachdem Maren und Matthias wieder nach Hause mußten, haben Rudi und ich Zeit, die fälligen Reparaturen zu erledigen.
Viele Grüße von der Leon De Mar aus La Colonia von
Jürgen
Donnerstag, 4. März 2010
nach dem Sturm
Hallo Zusammen,
Die Zeit vergeht wie im Flug. Jetzt ist schon der 4. März und wir sind seit
4 Tagen in Mar del Plata.
Rudis Rücken ist zwar blau, jetzt schon mit einem leichten Stich ins gelbe,
es sieht aus wie nach 10 Hieben mit der neunschwänzigen Katze, innen ist
aber alles heil geblieben. Nur Prellungen also. Er läuft auch schon wieder
wie vorher.
Renate und ich haben leichte Rippenprellungen erlitten, nicht der Rede wert.
Das Schiff ist bereits wieder einsatzfertig. Der Autopilot geht wieder, es
war ein Draht an einer Verbindungsstelle gerissen.
Ein neues Beiboot gibt es hier nicht, so haben wir neue Bodenbretter für das
alte kleine Dingi besorgt, mit dem wir dann zunächst auskommen müssen.
Die Argentinier sind unwahrscheinlich hilfsbereit und wir haben das Glück,
Maria kennengelernt zu haben, eine Freundin meines Freundes Thomas aus
Berlin, die uns hier mit ihrem Auto rumfährt. Sie kennt hier Gott und die
Welt und hat uns geholfen, alles mögliche zu besorgen.
Heute Abend sind wir bei ihr zum Asado eingeladen.
Wir werden hier in Mar del Plata bis Sonntag oder so bleiben und erwarten
Sa. auch die neuen Crewmitglieder hier im Yacht Club Argentino.
Hier ist es warm, aber es gibt zur Zeit Schauer wie lange nicht mehr, der
Klimawandel auch hier...
Viele Grüße aus Argentinien von
Jürgen
Die Zeit vergeht wie im Flug. Jetzt ist schon der 4. März und wir sind seit
4 Tagen in Mar del Plata.
Rudis Rücken ist zwar blau, jetzt schon mit einem leichten Stich ins gelbe,
es sieht aus wie nach 10 Hieben mit der neunschwänzigen Katze, innen ist
aber alles heil geblieben. Nur Prellungen also. Er läuft auch schon wieder
wie vorher.
Renate und ich haben leichte Rippenprellungen erlitten, nicht der Rede wert.
Das Schiff ist bereits wieder einsatzfertig. Der Autopilot geht wieder, es
war ein Draht an einer Verbindungsstelle gerissen.
Ein neues Beiboot gibt es hier nicht, so haben wir neue Bodenbretter für das
alte kleine Dingi besorgt, mit dem wir dann zunächst auskommen müssen.
Die Argentinier sind unwahrscheinlich hilfsbereit und wir haben das Glück,
Maria kennengelernt zu haben, eine Freundin meines Freundes Thomas aus
Berlin, die uns hier mit ihrem Auto rumfährt. Sie kennt hier Gott und die
Welt und hat uns geholfen, alles mögliche zu besorgen.
Heute Abend sind wir bei ihr zum Asado eingeladen.
Wir werden hier in Mar del Plata bis Sonntag oder so bleiben und erwarten
Sa. auch die neuen Crewmitglieder hier im Yacht Club Argentino.
Hier ist es warm, aber es gibt zur Zeit Schauer wie lange nicht mehr, der
Klimawandel auch hier...
Viele Grüße aus Argentinien von
Jürgen
Freitag, 26. Februar 2010
Die Brüllenden 40er
Hallo Zusammen,
In meinem Revierführer für den Südatlantik steht: do you want a new cruising ground.. without hurricanes or typhoons..
Ganz normale Tief- und Hochdruckgebiete können aber auch ausreichend Wind machen.
Am 24.2. beginnt meine Wache um 4 Uhr morgens. Ich kullere fast aus der Koje wegen der Schräglage. Egon, die Windfahnensteuerung bringt es nicht fertig abzufallen. Der Wind bläst mit 50 Knoten aus Süd-Süd-West. Heftige Seen rollen heran, eine Dünung aus West und eine Windsee aus Süd, die sich recht chaotisch brechen.
Unsere Besegelung ist minimal, 2 qm Genua, das Groß ist verpackt.
Nur schlecht gelingt es mir, Egon auf einem Vorm-Wind Kurs zu halten. Deshalb bringe ich mehrere lange Leinen mit vielen Knoten darin aus. Sie sollen das Heck im Wind halten. Als wir alle unter Deck sind, erfaßt uns ein Brecher und legt uns fast vollständig auf die Seite. Der Salontisch bricht ab und legt sich auf die stb.- Bank. Wasser strömt durch den Niedergang. Ein lautes Krachen an Deck verrät, daß das neue Gummiboot auseinander gebrochen ist. Die Sprayhood ist auf der Stb.-Seite eingedrückt. Wir müssen jetzt doch per Hand steuern. Aber auch dann gelingt es nicht immer, die Brecher auszutricksen. Der Wind nimmt weiter zu auf 70 Knoten, in der Spitze zeigt der Windmesser 90 Knoten. Ich bringe den Treibanker an einer langen Leine aus, der verabschiedet sich aber rasch.
Als Rudi steuert, legt wieder ein Brecher das Schiff auf die Backe und er fällt nach Lee. Zum Glück ist er angeleint. Die Weste bläst sich auf wegen dem übergekommenen Wasser. Jetzt steuert Renate und ich kümmere mich um die Bilgepumpe, deren Filter immer wieder verstopft.
Noch während Rudi seine aufgeblasene Weste klariert, erfaßt uns der nächste Brecher. Rudi fliegt auf den Herd und kommt auf Herd und Kühlschrank zu liegen. Er prellt sich den Rücken und ist im folgenden nicht mehr einsatzbereit. Ich sehe, wie der gesamte Inhalt der Bb- Regale über mich ( knieend an der Bilgepumpe) hinweg nach Stb. fliegt und das UKW-Funkgerät zum Zentrum eines Rühreis macht. Weitere Eier finde ich später in der Bibliothek neben dem Kartentisch.
Im Vorschiff macht sich eine 5 l Wasserflasche selbständig und verholt vom Bb Regal ins Stb Regal.
Chaotisch verteilt sind im Schiff Bücher, Lebensmittel, Geschirr, Scherben (eine Schapp - Tür ist aufgegangen)
Ich löse Renate am Steuer ab und sie muß sich nun ums notdürftige Aufräumen kümmern und mich später wieder ablösen.
So kämpfen wir bis zum Abend mit Wind und Wellen, dann läßt der Wind etwas nach und Egon kann wieder arbeiten, so daß ich in der Nacht einige Stunden Schlaf finde.
Vorläufige Verlustbilanz:
Parasailor,
Dingi,
Treibanker,
Pütz ( die ich auch als Bremse ausgebracht hatte)
2 Winschkurbeln,
Einige Teller,
Abgebrochener Stomübernahmestecker,
Einige verbogene Relingsstützen,
Leicht verbogene Sprayhood,
Gerissene Großsegelpersenning,
Rudis Rückenprellung.
Heute ist der Wind noch bei 35 Knoten, das erscheint aber recht angenehm.
Allerdings habe ich das Deck noch nicht aufräumen können.
Wahrscheinlich werden wir das nähere Mar del Plata ansteuern.
Einstweilen viele Grüße, immerhin ist es etwas wärmer..
Euer Jürgen von der Leon de Mar
In meinem Revierführer für den Südatlantik steht: do you want a new cruising ground.. without hurricanes or typhoons..
Ganz normale Tief- und Hochdruckgebiete können aber auch ausreichend Wind machen.
Am 24.2. beginnt meine Wache um 4 Uhr morgens. Ich kullere fast aus der Koje wegen der Schräglage. Egon, die Windfahnensteuerung bringt es nicht fertig abzufallen. Der Wind bläst mit 50 Knoten aus Süd-Süd-West. Heftige Seen rollen heran, eine Dünung aus West und eine Windsee aus Süd, die sich recht chaotisch brechen.
Unsere Besegelung ist minimal, 2 qm Genua, das Groß ist verpackt.
Nur schlecht gelingt es mir, Egon auf einem Vorm-Wind Kurs zu halten. Deshalb bringe ich mehrere lange Leinen mit vielen Knoten darin aus. Sie sollen das Heck im Wind halten. Als wir alle unter Deck sind, erfaßt uns ein Brecher und legt uns fast vollständig auf die Seite. Der Salontisch bricht ab und legt sich auf die stb.- Bank. Wasser strömt durch den Niedergang. Ein lautes Krachen an Deck verrät, daß das neue Gummiboot auseinander gebrochen ist. Die Sprayhood ist auf der Stb.-Seite eingedrückt. Wir müssen jetzt doch per Hand steuern. Aber auch dann gelingt es nicht immer, die Brecher auszutricksen. Der Wind nimmt weiter zu auf 70 Knoten, in der Spitze zeigt der Windmesser 90 Knoten. Ich bringe den Treibanker an einer langen Leine aus, der verabschiedet sich aber rasch.
Als Rudi steuert, legt wieder ein Brecher das Schiff auf die Backe und er fällt nach Lee. Zum Glück ist er angeleint. Die Weste bläst sich auf wegen dem übergekommenen Wasser. Jetzt steuert Renate und ich kümmere mich um die Bilgepumpe, deren Filter immer wieder verstopft.
Noch während Rudi seine aufgeblasene Weste klariert, erfaßt uns der nächste Brecher. Rudi fliegt auf den Herd und kommt auf Herd und Kühlschrank zu liegen. Er prellt sich den Rücken und ist im folgenden nicht mehr einsatzbereit. Ich sehe, wie der gesamte Inhalt der Bb- Regale über mich ( knieend an der Bilgepumpe) hinweg nach Stb. fliegt und das UKW-Funkgerät zum Zentrum eines Rühreis macht. Weitere Eier finde ich später in der Bibliothek neben dem Kartentisch.
Im Vorschiff macht sich eine 5 l Wasserflasche selbständig und verholt vom Bb Regal ins Stb Regal.
Chaotisch verteilt sind im Schiff Bücher, Lebensmittel, Geschirr, Scherben (eine Schapp - Tür ist aufgegangen)
Ich löse Renate am Steuer ab und sie muß sich nun ums notdürftige Aufräumen kümmern und mich später wieder ablösen.
So kämpfen wir bis zum Abend mit Wind und Wellen, dann läßt der Wind etwas nach und Egon kann wieder arbeiten, so daß ich in der Nacht einige Stunden Schlaf finde.
Vorläufige Verlustbilanz:
Parasailor,
Dingi,
Treibanker,
Pütz ( die ich auch als Bremse ausgebracht hatte)
2 Winschkurbeln,
Einige Teller,
Abgebrochener Stomübernahmestecker,
Einige verbogene Relingsstützen,
Leicht verbogene Sprayhood,
Gerissene Großsegelpersenning,
Rudis Rückenprellung.
Heute ist der Wind noch bei 35 Knoten, das erscheint aber recht angenehm.
Allerdings habe ich das Deck noch nicht aufräumen können.
Wahrscheinlich werden wir das nähere Mar del Plata ansteuern.
Einstweilen viele Grüße, immerhin ist es etwas wärmer..
Euer Jürgen von der Leon de Mar
Samstag, 20. Februar 2010
Port Stanley 2
Hallo Zusammen,
Die Tage vergehen wie im Flug und schon liegt Port Stanley hinter uns. Die Falklandinseln sind very british. In Port Stanley bestehen die Hafenmolen aus Resten von Wracks aus der Segelschiffszeit. Wenn so ein Wrack dann ganz vergammelt, wird nebenan ein neuer Steg gebaut, die alten Trümmer bleiben immer liegen.
Einige Häuser sehen aus wie in England, gelbliche Ziegelbauten mit vielen Schornsteinen, auch hier gilt Verfall als schick. Daneben gibt es feine Neubauten, vor allem Schule, Supermarkt und Regierungsgebäude. Viel Rasen, der englisch getrimmt ist, Golfplatz, ein Museum, wo alles an Erinnerungsstücken, was man sich vorstellen kann, von einer alten Zahnarztpraxis, einer Krämerladeneinrichtung, altem Geschirr, Nippes, einer mechanischen Zither und einem Lochplatten-Musikapparat mit der "Wacht am Rhein" bis zu Waffen, Raketen, argentinischen Piloten-Helmen aus dem Falklandkrieg von 2 alten Damen verwaltet wird.
Im Pub ist es verraucht. 4 Fernseher plärren mit unterschiedlichem Programm, dazu Dart, Billiard und englischen Reklameschilder "Bier helps ugly people have sex since 1862". Und die Leute sehen auch aus wie Engländer und die Frauen haben durchaus britisches Format.
Die meisten Häuser sind aus Holz und Spanplatten gebaut, als Außenhaut Wellblech und die Dächer mit Wellblech in bunten Farben gedeckt, durchaus ansprechend und geschmackvoll. In den Gärten wachsen üppige Blumen, ein Garten beherbergt ca. 1000 Gartenzwerge. Wie in Cornwall wachsen die Fuchsien zu meterhohen Büschen, auch palmenartige Gewächse stehen herum, so daß man vermutet, auch im Winter kann es kaum kälter sein als jetzt.
Nach Schulschluß steht uns das der Schule angegliederte Hallenbad offen, Dusche und 29 Grad Wasser lassen kurz den Südatlantik vergessen.
Wirklich Zeit, das Hinterland zu erkunden ( alles kahlgefressen von Schafen, teils noch vermint aus dem Falklandkrieg, an den Stränden Pinguine), haben wir wieder mal nicht.
Am 18. läuft "Polar Bound" nach seiner Antarktis - Tour ein und David geht neben uns vor Anker. Marie, die mit uns von Puerto Williams gesegelt ist, begrüßt ihren alten Freund mit einem üppigen Fischgericht. Den Fisch haben tags zuvor 2 Schuljungen für sie geangelt. Sie wird mit David weiterfahren.
Abends sitzen dann auch noch Casey und Jamie von der SY Santa Magdalena bei uns und es wird ein lustiger Abend bei argentinischem Rotwein.
Am folgenden Morgen wollen wir los, doch es bläst mal wieder so stark, daß wir kaum dazu kommen, unsere Einkäufe zu erledigen, so bleiben wir bis zum heutigen Morgen. Der Wind ist günstig aus Südwest, soll aber übermorgen recht stark aus Norden blasen, nach der Vorhersage aber nur für 12 Stunden, mal sehen..
Wenn alles glatt läuft, können wir unseren Fahrplan einhalten. Am 2.3. wollen wir Buenos Aires erreichen.
Viele Grüße von
Jürgen, Rudi und Renate aus dem Südatlantik
Die Tage vergehen wie im Flug und schon liegt Port Stanley hinter uns. Die Falklandinseln sind very british. In Port Stanley bestehen die Hafenmolen aus Resten von Wracks aus der Segelschiffszeit. Wenn so ein Wrack dann ganz vergammelt, wird nebenan ein neuer Steg gebaut, die alten Trümmer bleiben immer liegen.
Einige Häuser sehen aus wie in England, gelbliche Ziegelbauten mit vielen Schornsteinen, auch hier gilt Verfall als schick. Daneben gibt es feine Neubauten, vor allem Schule, Supermarkt und Regierungsgebäude. Viel Rasen, der englisch getrimmt ist, Golfplatz, ein Museum, wo alles an Erinnerungsstücken, was man sich vorstellen kann, von einer alten Zahnarztpraxis, einer Krämerladeneinrichtung, altem Geschirr, Nippes, einer mechanischen Zither und einem Lochplatten-Musikapparat mit der "Wacht am Rhein" bis zu Waffen, Raketen, argentinischen Piloten-Helmen aus dem Falklandkrieg von 2 alten Damen verwaltet wird.
Im Pub ist es verraucht. 4 Fernseher plärren mit unterschiedlichem Programm, dazu Dart, Billiard und englischen Reklameschilder "Bier helps ugly people have sex since 1862". Und die Leute sehen auch aus wie Engländer und die Frauen haben durchaus britisches Format.
Die meisten Häuser sind aus Holz und Spanplatten gebaut, als Außenhaut Wellblech und die Dächer mit Wellblech in bunten Farben gedeckt, durchaus ansprechend und geschmackvoll. In den Gärten wachsen üppige Blumen, ein Garten beherbergt ca. 1000 Gartenzwerge. Wie in Cornwall wachsen die Fuchsien zu meterhohen Büschen, auch palmenartige Gewächse stehen herum, so daß man vermutet, auch im Winter kann es kaum kälter sein als jetzt.
Nach Schulschluß steht uns das der Schule angegliederte Hallenbad offen, Dusche und 29 Grad Wasser lassen kurz den Südatlantik vergessen.
Wirklich Zeit, das Hinterland zu erkunden ( alles kahlgefressen von Schafen, teils noch vermint aus dem Falklandkrieg, an den Stränden Pinguine), haben wir wieder mal nicht.
Am 18. läuft "Polar Bound" nach seiner Antarktis - Tour ein und David geht neben uns vor Anker. Marie, die mit uns von Puerto Williams gesegelt ist, begrüßt ihren alten Freund mit einem üppigen Fischgericht. Den Fisch haben tags zuvor 2 Schuljungen für sie geangelt. Sie wird mit David weiterfahren.
Abends sitzen dann auch noch Casey und Jamie von der SY Santa Magdalena bei uns und es wird ein lustiger Abend bei argentinischem Rotwein.
Am folgenden Morgen wollen wir los, doch es bläst mal wieder so stark, daß wir kaum dazu kommen, unsere Einkäufe zu erledigen, so bleiben wir bis zum heutigen Morgen. Der Wind ist günstig aus Südwest, soll aber übermorgen recht stark aus Norden blasen, nach der Vorhersage aber nur für 12 Stunden, mal sehen..
Wenn alles glatt läuft, können wir unseren Fahrplan einhalten. Am 2.3. wollen wir Buenos Aires erreichen.
Viele Grüße von
Jürgen, Rudi und Renate aus dem Südatlantik
Montag, 15. Februar 2010
Malvinas
Hallo Zusammen,
Gestern sind wir endlich in Port Stanley angekommen. Erst hat der Wind uns verlassen, so daß wir am 12. 2. mitten im Südatlantik eine Pause eingelegt haben. Fast 24 Stunden haben wir ohne Segel rumgedümpelt, am warmen Ofen gesessen und getan, als ob wir etwas unruhig vor Anker liegen. Doch es war die Ruhe vor dem Sturm. Wie immer haben die Vorhersagen recht gehabt mit der Richtung des Windes, aber letztlich war der Wind wieder doppelt so stark wie "erwartet". In Anführungszeichen, weil ich eigentlich immer mehr erwarte, als angesagt. Erst fing es ganz langsam an, aber dann .. Südwest bis 50 Knoten. Die Genua haben wir nach und nach bis auf Handtuchgröße eingerollt, das Groß war sowieso eingepackt und so hat Egon uns sicher durch die 4 m Wellen gesteuert. Dummerweise waren um die Falklandinseln herum einige Fischer und Kreuzfahrtschiffe unterwegs, so daß der Radarwarner ständig gepiept hat und wir einige Ausweichmanöver fahren mußten, was mich meinen Schlaf gekostet hat. Am nächsten Morgen war dann die Einfahrt nach Port Stanley querab. Nur 8 Meilen bis zum Ankerplatz, aber die haben uns 5 Stunden gekostet. Der Wind hatte auf West gedreht, so daß wir genau gegenan mußten. Da habe ich mir dann eine stärkere Maschine gewünscht, denn unsere 50 PS haben uns teils mit weniger als einem Knoten Fahrt vorangebracht. In der Spitze bis 57 Knoten Wind von vorn machen das Steuern auch zu einem Kunststück. Ständig wird der Bug zu Seite gedrückt und trotz voller Fahrt voraus geht er kaum wieder durch den Wind. Mit Mühe halten wir uns von den Felsen frei. Obwohl wir uns in einem geschützten Fjord befinden, sind die Wellen fast 2 m hoch. Dabei fliegt dem Steuermann die Gischt in die Augen und hin und wieder auch waagerecht fliegender Hagel.
Schließlich fällt der Anker und der Ofen wärmt und Rindergeschnetzteltes mit Nudeln und Salat füllt die hungrigen Mägen zu Bier und Rotwein. Sogar die Veganerin Marie, die eigentlich nie ißt, langt bei Nudeln und Salat kräftig zu.
Das Einklarieren verschieben wir auf morgen oder einen anderen Tag mit weniger Wind und fallen bald in einen tiefen Schlaf.
Viele Grüße von den Falklands / Malvinas von
Jürgen, Renate, Rudi und Marie
Gestern sind wir endlich in Port Stanley angekommen. Erst hat der Wind uns verlassen, so daß wir am 12. 2. mitten im Südatlantik eine Pause eingelegt haben. Fast 24 Stunden haben wir ohne Segel rumgedümpelt, am warmen Ofen gesessen und getan, als ob wir etwas unruhig vor Anker liegen. Doch es war die Ruhe vor dem Sturm. Wie immer haben die Vorhersagen recht gehabt mit der Richtung des Windes, aber letztlich war der Wind wieder doppelt so stark wie "erwartet". In Anführungszeichen, weil ich eigentlich immer mehr erwarte, als angesagt. Erst fing es ganz langsam an, aber dann .. Südwest bis 50 Knoten. Die Genua haben wir nach und nach bis auf Handtuchgröße eingerollt, das Groß war sowieso eingepackt und so hat Egon uns sicher durch die 4 m Wellen gesteuert. Dummerweise waren um die Falklandinseln herum einige Fischer und Kreuzfahrtschiffe unterwegs, so daß der Radarwarner ständig gepiept hat und wir einige Ausweichmanöver fahren mußten, was mich meinen Schlaf gekostet hat. Am nächsten Morgen war dann die Einfahrt nach Port Stanley querab. Nur 8 Meilen bis zum Ankerplatz, aber die haben uns 5 Stunden gekostet. Der Wind hatte auf West gedreht, so daß wir genau gegenan mußten. Da habe ich mir dann eine stärkere Maschine gewünscht, denn unsere 50 PS haben uns teils mit weniger als einem Knoten Fahrt vorangebracht. In der Spitze bis 57 Knoten Wind von vorn machen das Steuern auch zu einem Kunststück. Ständig wird der Bug zu Seite gedrückt und trotz voller Fahrt voraus geht er kaum wieder durch den Wind. Mit Mühe halten wir uns von den Felsen frei. Obwohl wir uns in einem geschützten Fjord befinden, sind die Wellen fast 2 m hoch. Dabei fliegt dem Steuermann die Gischt in die Augen und hin und wieder auch waagerecht fliegender Hagel.
Schließlich fällt der Anker und der Ofen wärmt und Rindergeschnetzteltes mit Nudeln und Salat füllt die hungrigen Mägen zu Bier und Rotwein. Sogar die Veganerin Marie, die eigentlich nie ißt, langt bei Nudeln und Salat kräftig zu.
Das Einklarieren verschieben wir auf morgen oder einen anderen Tag mit weniger Wind und fallen bald in einen tiefen Schlaf.
Viele Grüße von den Falklands / Malvinas von
Jürgen, Renate, Rudi und Marie
Donnerstag, 11. Februar 2010
Südatlantik
Hallo Zusammen,
Am 9. 2. von Ushuaia wegzukommen war gar nicht so einfach. Der Wind war wieder mal eingeschlafen. Gegen Mittag erhob sich dann aber eine leichte Brise aus West und hat uns gemächlich den Beagle-Kanal entlang geschoben. Einige Stunden später passieren wir zum
x-ten Mal Puerto Williams. Und wieder die Quäkstimme der Armada aus dem Funkgerät mit der Frage: Wer, woher, wohin, Rufzeichen, Personenzahl, Flagge. Das fragt jeder Leuchtturmwärter alle paar Kilometer, mal die Chilenen, mal die Argentinier. Sie passen halt auf uns auf und wünschen uns auch immer guten Wind und gute Fahrt.
Abends fällt dann der Anker vor der kleinen Insel Martillo. Am Strand dort herrscht reges Treiben der Herren im schwarzen Frack, die teils im Regen stehen, teils umherwatscheln. Wir sind bei einer Pinguinkolonie von sicher mehreren tausend Vögeln gelandet. Auch im Wasser herrscht munteres Treiben der geschickten Taucher, wenn sie es eilig haben, springen sie wie Delphine aus dem Wasser. Manchmal sieht man sie nur neugierig ihre Köpfe aus dem Wasser recken um aber gleich wegzutauchen, bevor man den Auslöser der Kamera bedienen kann.
Am nächsten Morgen sehen wir, wie Touristen aus Ushuaia mit einer Katamaranfähre anlanden und zwischen den Pinguinen umherlaufen. Wir gehen nicht an Land, da es stürmt und regnet. Es gilt erst mal die 2. Reffleine wieder in den Baum zu fädeln, irgendwie ist der Acht-Knoten aufgegangen und die Leine ausgerauscht. Dann muß das Beiboot an Deck, auch das eine gewisse Aktion bei 30 Knoten Wind und Regen. Schließlich sitzen wir noch bis nachmittags am Ofen und bereiten uns mental auf den Atlantik vor.
Nach dem Segeln praktisch ohne Wellen in den Kanälen begrüßt uns der Übergang vom Pazifik in den Atlantik mit achterlichem Wind von 30 Knoten und Wellen von 4 m. Da vergeht etwas der Appetit und Egon, der Windpilot muß die Arbeit machen. Der Wind nimmt im Lauf der Nacht weiter zu, so daß wir schließlich mit ca. 1/8 der Genua mit 7 Knoten unserem Ziel entgegenrauschen. Die Le Maire-Straße lassen wir aus, wir umfahren die Isla de las Estadas südlich. 1 Knoten Strom schiebt mit, so daß wir bis Port Stanley auf den Falklandinseln nur drei Tage rechnen, statt der eingeplanten 5.
Aus dem Südatlantik grüßen
Jürgen, Rudi Renate und Marie
Am 9. 2. von Ushuaia wegzukommen war gar nicht so einfach. Der Wind war wieder mal eingeschlafen. Gegen Mittag erhob sich dann aber eine leichte Brise aus West und hat uns gemächlich den Beagle-Kanal entlang geschoben. Einige Stunden später passieren wir zum
x-ten Mal Puerto Williams. Und wieder die Quäkstimme der Armada aus dem Funkgerät mit der Frage: Wer, woher, wohin, Rufzeichen, Personenzahl, Flagge. Das fragt jeder Leuchtturmwärter alle paar Kilometer, mal die Chilenen, mal die Argentinier. Sie passen halt auf uns auf und wünschen uns auch immer guten Wind und gute Fahrt.
Abends fällt dann der Anker vor der kleinen Insel Martillo. Am Strand dort herrscht reges Treiben der Herren im schwarzen Frack, die teils im Regen stehen, teils umherwatscheln. Wir sind bei einer Pinguinkolonie von sicher mehreren tausend Vögeln gelandet. Auch im Wasser herrscht munteres Treiben der geschickten Taucher, wenn sie es eilig haben, springen sie wie Delphine aus dem Wasser. Manchmal sieht man sie nur neugierig ihre Köpfe aus dem Wasser recken um aber gleich wegzutauchen, bevor man den Auslöser der Kamera bedienen kann.
Am nächsten Morgen sehen wir, wie Touristen aus Ushuaia mit einer Katamaranfähre anlanden und zwischen den Pinguinen umherlaufen. Wir gehen nicht an Land, da es stürmt und regnet. Es gilt erst mal die 2. Reffleine wieder in den Baum zu fädeln, irgendwie ist der Acht-Knoten aufgegangen und die Leine ausgerauscht. Dann muß das Beiboot an Deck, auch das eine gewisse Aktion bei 30 Knoten Wind und Regen. Schließlich sitzen wir noch bis nachmittags am Ofen und bereiten uns mental auf den Atlantik vor.
Nach dem Segeln praktisch ohne Wellen in den Kanälen begrüßt uns der Übergang vom Pazifik in den Atlantik mit achterlichem Wind von 30 Knoten und Wellen von 4 m. Da vergeht etwas der Appetit und Egon, der Windpilot muß die Arbeit machen. Der Wind nimmt im Lauf der Nacht weiter zu, so daß wir schließlich mit ca. 1/8 der Genua mit 7 Knoten unserem Ziel entgegenrauschen. Die Le Maire-Straße lassen wir aus, wir umfahren die Isla de las Estadas südlich. 1 Knoten Strom schiebt mit, so daß wir bis Port Stanley auf den Falklandinseln nur drei Tage rechnen, statt der eingeplanten 5.
Aus dem Südatlantik grüßen
Jürgen, Rudi Renate und Marie
Sonntag, 31. Januar 2010
Gletscher des Brazo Noroueste
Hallo Zusammen,
Inzwischen liegen wir im Seno Pia, einem Fjord, der vom Brazo Noroeste des Beagle-Kanals abgeht. Zwischen 500 m hohen Basaltwänden segeln wir in den Fjord, der sich in 2 Arme teilt, jeweils am Ende ragt eine Gletscherzunge bis ins Wasser. Immer wieder fallen donnernd Brocken vom Gletscher ins Wasser und schwimmen dann als kleine Eisberge umher, die wir natürlich für den Whisky on the Iceberg-Rocks anzapfen. Das Gletschereis ist zu bizarren Säulen aufgeschichtet, an der Abbruchkante vielleicht 100 m dick, auf das Kalben eines größeren Eisbergs warten wir aber vergebens. Über allem die Schneegipfel, darüber Wolken, mal blauer Himmel mit Sonne, mal Regen mit Regenbogen über dem Gletscher. Im Wasser um uns herum schwimmen kleine Eis - Skulpturen, die wohl die Heinzelmännchen nachts anfertigen. Mit jeder Wolke ändert sich die Beleuchtung, Höhlen im Gletscher schimmern königsblau wie Kirchenfenster.
Eine Gletscherzunge ist dunkelgrau durch mitgeführtes Geröll und mittendrin ein rundes Loch ungefähr 10 m Durchmesser, aus dem wie aus einem betonierten Kanalrohr ein grauer Wasserfall fällt.
Hierherzukommen war gar nicht so einfach.
Von Ushuaia ( Argentinien ) muß man zum Einklarieren erst zurück nach Puerto Williams (Chile), 27 Meilen mit Rückenwind, kein Problem.
Nur die Gletscher liegen in der anderen Richtung, so daß wir von Puerto Williams wieder gegen den Wind an Ushuaia vorbei müssen. Erst versuchen wir es mit Kreuzen, dann mit Maschine, immer bleiben es weniger als 3 Meilen die Stunde gegen 35 Knoten Wind.
Und dann suche ich mir eine Ankerbucht aus.
Der Alcalde de Mar in Navarino verbietet mir jedoch über Funk die Bucht "Letier", kann dafür aber keine einleuchtende Begründung geben, außer, wir seien eben "nicht autorisiert". So verlieren wir 5 Meilen, am nächsten Tag sind das fast 3 Stunden gegen Starkwind..
Jetzt verstehe ich, warum sich tatsächlich viele Segler die Mühe machen, alle möglichen Ankerplätze im Voraus in ihr Zarpe aufnehmen zu lassen. Ich habe mehr pauschal "Beagle Kanal und anhängende Buchten" geschrieben, und darunter scheint die Bucht Letier nicht zu fallen???
Es erinnert an den kubanischen Kontrollwahn.
Ich muß jeden Tag 2 x meine Position per E-Mail an die Armada melden.
Für das Zarpe mußte ich die einzelnen Stationen unserer geplanten Reise jeweils mit ETA (geschätzte Ankunftszeit) angeben..
Natürlich haben wir den Törnplan so nicht einhalten können.
Wegen der Bucht Letier habe ich nochmal per E-Mail um eine Erklärung gebeten, aber noch nichts gehört.
Ich werde weiter berichten.
Sonst ist alles wohlauf an Bord und die Begeisterung über die Gletscher kennt keine Grenzen.
Wir haben hier auch so viel Zeit für Anreise und Besichtigung verbraucht, daß die Rückkehr via Kap Horn zu ungewiß würde, so daß wir in den geschützten Kanälen zurück nach P. Williams fahren werden.
Viele Grüße von den Gletschern Feuerlands von
Jürgen, Renate und Rudi
Inzwischen liegen wir im Seno Pia, einem Fjord, der vom Brazo Noroeste des Beagle-Kanals abgeht. Zwischen 500 m hohen Basaltwänden segeln wir in den Fjord, der sich in 2 Arme teilt, jeweils am Ende ragt eine Gletscherzunge bis ins Wasser. Immer wieder fallen donnernd Brocken vom Gletscher ins Wasser und schwimmen dann als kleine Eisberge umher, die wir natürlich für den Whisky on the Iceberg-Rocks anzapfen. Das Gletschereis ist zu bizarren Säulen aufgeschichtet, an der Abbruchkante vielleicht 100 m dick, auf das Kalben eines größeren Eisbergs warten wir aber vergebens. Über allem die Schneegipfel, darüber Wolken, mal blauer Himmel mit Sonne, mal Regen mit Regenbogen über dem Gletscher. Im Wasser um uns herum schwimmen kleine Eis - Skulpturen, die wohl die Heinzelmännchen nachts anfertigen. Mit jeder Wolke ändert sich die Beleuchtung, Höhlen im Gletscher schimmern königsblau wie Kirchenfenster.
Eine Gletscherzunge ist dunkelgrau durch mitgeführtes Geröll und mittendrin ein rundes Loch ungefähr 10 m Durchmesser, aus dem wie aus einem betonierten Kanalrohr ein grauer Wasserfall fällt.
Hierherzukommen war gar nicht so einfach.
Von Ushuaia ( Argentinien ) muß man zum Einklarieren erst zurück nach Puerto Williams (Chile), 27 Meilen mit Rückenwind, kein Problem.
Nur die Gletscher liegen in der anderen Richtung, so daß wir von Puerto Williams wieder gegen den Wind an Ushuaia vorbei müssen. Erst versuchen wir es mit Kreuzen, dann mit Maschine, immer bleiben es weniger als 3 Meilen die Stunde gegen 35 Knoten Wind.
Und dann suche ich mir eine Ankerbucht aus.
Der Alcalde de Mar in Navarino verbietet mir jedoch über Funk die Bucht "Letier", kann dafür aber keine einleuchtende Begründung geben, außer, wir seien eben "nicht autorisiert". So verlieren wir 5 Meilen, am nächsten Tag sind das fast 3 Stunden gegen Starkwind..
Jetzt verstehe ich, warum sich tatsächlich viele Segler die Mühe machen, alle möglichen Ankerplätze im Voraus in ihr Zarpe aufnehmen zu lassen. Ich habe mehr pauschal "Beagle Kanal und anhängende Buchten" geschrieben, und darunter scheint die Bucht Letier nicht zu fallen???
Es erinnert an den kubanischen Kontrollwahn.
Ich muß jeden Tag 2 x meine Position per E-Mail an die Armada melden.
Für das Zarpe mußte ich die einzelnen Stationen unserer geplanten Reise jeweils mit ETA (geschätzte Ankunftszeit) angeben..
Natürlich haben wir den Törnplan so nicht einhalten können.
Wegen der Bucht Letier habe ich nochmal per E-Mail um eine Erklärung gebeten, aber noch nichts gehört.
Ich werde weiter berichten.
Sonst ist alles wohlauf an Bord und die Begeisterung über die Gletscher kennt keine Grenzen.
Wir haben hier auch so viel Zeit für Anreise und Besichtigung verbraucht, daß die Rückkehr via Kap Horn zu ungewiß würde, so daß wir in den geschützten Kanälen zurück nach P. Williams fahren werden.
Viele Grüße von den Gletschern Feuerlands von
Jürgen, Renate und Rudi
Montag, 25. Januar 2010
Ushuaia - Puerto Williams
Hallo Zusammen,
Ushuaia, die sagenhafte Stadt am Ende der Welt hatte ich mir wie ein verschlafenes Dorf mit einigen Segelyachten vor Anker vorgestellt. Es ist aber wieder mal ganz anders.
An der Mole liegen 4 Kreuzfahrtschiffe, darunter die Star Princess, ein richtig großes Ding für geschätzt 3000 Passagiere. Und jeden Tag kommen und gehen ca.4..
Die Einkaufsmeile ist voll von Geschäften mit Schmuck, Souvenirs, Banken, Modeboutiquen, Elektronikläden. Hier ist Freihandelszone und deshalb alles günstig, wie in Helgoland.
Das Ehemalige Gefängnis, das erste , was man hier gebaut hatte, ist jetzt ein riesiges Museum mit Ausstellungsstücken zur Geschichte der Gegend, am interessantesten die alten Seekarten von Magellan bis heute. Daneben eine große Kunstausstellung zeitgenössischer Malerei. Alles riesig groß und natürlich voll von Touristen aus den Kreuzfahrtschiffen. Aber auch viele Hotels prosperieren von Touristen vom Rucksacktouri bis zur Luxuskategorie. Man bucht dann Exkursionen mit Bus oder Jeep in die Nationalparks oder Ausflüge zu nahen Inseln, Pinguinkolonien, Seehundbänken mit kleinen Ausflugsdampfern.
Es gibt 3 Eisdielen, eine goldene Büste von Evita Peron, ein Kasino, ein neues größeres ist im Bau, mehrere Restaurants wo man Büffet und Asado (gegrilltes Lamm, Rind, Huhn ) bis zum Abwinken für 10 bis 12 Euro ißt. Auch der Wein ist gut und preiswert.
Leider ist der Yachtclub 2 km vom Zentrum. Hier liegen ungefähr 20 ausländische Yachten und mindestens 4 größere Charteryachten, die Kap Horn Touren anbieten, unmöglich alle kennenzulernen.
Also eher Weltstadt im Bauboom als verschlafenes Nest.
26 Meilen östlich und ein wenig südlich dann das chilenische Puerto Williams, eher ein Dörfchen, 2 Hostels, ein Supermarkt, sonst eigentlich hauptsächlich Kaserne, aber der südlichste Yachtclub der Welt, und der hat was.
In einer Bucht hat man 1962 ein ausgedientes Transportschiff auf Grund gesetzt und dort geht man auf beiden Seiten längsseits zum Festmachen. Die "Micalvi" sieht inzwischen einem Schrotthaufen ähnlicher, als einem Schiff, ist aber offiziell ein Museum.
Über morsche Planken geht man an Land. Abends um 9 öffnet die Clubbar in der ehemaligen Messe und hier treffen wir die merkwürdigsten Leute der Welt so konzentriert wie nirgendwo:
Marie - Regine ist Französin, 62, seit Jahren unterwegs mit Rucksack und Zelt, hat keine Wohnung mehr, ist seit ihrer Jugend Veganerin und hat schon mal 8 Monate gar nichts gegessen ohne ein Gramm abzunehmen.
Andrzej, Pole, "Polaco Loco" hat den Patagonia Triathlon erfunden, Radfahren in Patagonien, einen Gletscher mit Skiern zu überqueren, Kajak-Paddeln von Punta Arenas nach Puerto Williams, das sind ca.300 Seemeilen durch stürmische eiskalte "Kanäle" , die aber teilweise so breit sind, daß sich über 1 m hohe Wellen aufbauen, die ihn auch mehrfach umgeworfen haben.
Für eine Abkürzung hat er sein Kajak und das Gepäck über einen Bergpaß geschleppt.
Beim Skifahren hat ein Schneesturm ihm einen Teil des Gepäcks mit Kamera, und Geld in eine Gletscherspalte geweht, so daß er jetzt sein Kajak verkaufen will für ein Ticket nach Mexiko, wo er z.Z. wohnt..
Einfache Kap Horn Umsegler wie wir staunen weiter über Amerikaner, die von Seattle nach Alaska segeln, durch die Nordwestpassage zum Atlantik und dann nach Süden um Kap Horn. Sie sind gestern 1 Stunde nach uns hier eingelaufen.
Und in der Kneipe treten dann die Piraten auf und bringen den Amerika-Umrundern ein Ständchen.
Die Mitglieder dieser Bruderschaft sind meist Chilenen, die irgendwie dem Meer verbunden sind und nur auf Empfehlung und mit Zustimmung des Oberpiraten in die Bruderschaft aufgenommen werden, der amerikanische Skipper hat jetzt die Ehrenmitgliedschaft.
Und so sind wir versumpft und heute nicht in der Lage zu segeln und genießen einen Hafentag bei Sonne und 20 Grad.
Viele Grüße vom südlichsten Yachtclub der Welt sendet Euer
Jürgen, jetzt mit Renate und Rudi
Ushuaia, die sagenhafte Stadt am Ende der Welt hatte ich mir wie ein verschlafenes Dorf mit einigen Segelyachten vor Anker vorgestellt. Es ist aber wieder mal ganz anders.
An der Mole liegen 4 Kreuzfahrtschiffe, darunter die Star Princess, ein richtig großes Ding für geschätzt 3000 Passagiere. Und jeden Tag kommen und gehen ca.4..
Die Einkaufsmeile ist voll von Geschäften mit Schmuck, Souvenirs, Banken, Modeboutiquen, Elektronikläden. Hier ist Freihandelszone und deshalb alles günstig, wie in Helgoland.
Das Ehemalige Gefängnis, das erste , was man hier gebaut hatte, ist jetzt ein riesiges Museum mit Ausstellungsstücken zur Geschichte der Gegend, am interessantesten die alten Seekarten von Magellan bis heute. Daneben eine große Kunstausstellung zeitgenössischer Malerei. Alles riesig groß und natürlich voll von Touristen aus den Kreuzfahrtschiffen. Aber auch viele Hotels prosperieren von Touristen vom Rucksacktouri bis zur Luxuskategorie. Man bucht dann Exkursionen mit Bus oder Jeep in die Nationalparks oder Ausflüge zu nahen Inseln, Pinguinkolonien, Seehundbänken mit kleinen Ausflugsdampfern.
Es gibt 3 Eisdielen, eine goldene Büste von Evita Peron, ein Kasino, ein neues größeres ist im Bau, mehrere Restaurants wo man Büffet und Asado (gegrilltes Lamm, Rind, Huhn ) bis zum Abwinken für 10 bis 12 Euro ißt. Auch der Wein ist gut und preiswert.
Leider ist der Yachtclub 2 km vom Zentrum. Hier liegen ungefähr 20 ausländische Yachten und mindestens 4 größere Charteryachten, die Kap Horn Touren anbieten, unmöglich alle kennenzulernen.
Also eher Weltstadt im Bauboom als verschlafenes Nest.
26 Meilen östlich und ein wenig südlich dann das chilenische Puerto Williams, eher ein Dörfchen, 2 Hostels, ein Supermarkt, sonst eigentlich hauptsächlich Kaserne, aber der südlichste Yachtclub der Welt, und der hat was.
In einer Bucht hat man 1962 ein ausgedientes Transportschiff auf Grund gesetzt und dort geht man auf beiden Seiten längsseits zum Festmachen. Die "Micalvi" sieht inzwischen einem Schrotthaufen ähnlicher, als einem Schiff, ist aber offiziell ein Museum.
Über morsche Planken geht man an Land. Abends um 9 öffnet die Clubbar in der ehemaligen Messe und hier treffen wir die merkwürdigsten Leute der Welt so konzentriert wie nirgendwo:
Marie - Regine ist Französin, 62, seit Jahren unterwegs mit Rucksack und Zelt, hat keine Wohnung mehr, ist seit ihrer Jugend Veganerin und hat schon mal 8 Monate gar nichts gegessen ohne ein Gramm abzunehmen.
Andrzej, Pole, "Polaco Loco" hat den Patagonia Triathlon erfunden, Radfahren in Patagonien, einen Gletscher mit Skiern zu überqueren, Kajak-Paddeln von Punta Arenas nach Puerto Williams, das sind ca.300 Seemeilen durch stürmische eiskalte "Kanäle" , die aber teilweise so breit sind, daß sich über 1 m hohe Wellen aufbauen, die ihn auch mehrfach umgeworfen haben.
Für eine Abkürzung hat er sein Kajak und das Gepäck über einen Bergpaß geschleppt.
Beim Skifahren hat ein Schneesturm ihm einen Teil des Gepäcks mit Kamera, und Geld in eine Gletscherspalte geweht, so daß er jetzt sein Kajak verkaufen will für ein Ticket nach Mexiko, wo er z.Z. wohnt..
Einfache Kap Horn Umsegler wie wir staunen weiter über Amerikaner, die von Seattle nach Alaska segeln, durch die Nordwestpassage zum Atlantik und dann nach Süden um Kap Horn. Sie sind gestern 1 Stunde nach uns hier eingelaufen.
Und in der Kneipe treten dann die Piraten auf und bringen den Amerika-Umrundern ein Ständchen.
Die Mitglieder dieser Bruderschaft sind meist Chilenen, die irgendwie dem Meer verbunden sind und nur auf Empfehlung und mit Zustimmung des Oberpiraten in die Bruderschaft aufgenommen werden, der amerikanische Skipper hat jetzt die Ehrenmitgliedschaft.
Und so sind wir versumpft und heute nicht in der Lage zu segeln und genießen einen Hafentag bei Sonne und 20 Grad.
Viele Grüße vom südlichsten Yachtclub der Welt sendet Euer
Jürgen, jetzt mit Renate und Rudi
Montag, 18. Januar 2010
Lennox
Hallo Zusammen,
Schande über mein Haupt! Natürlich sind wir von West nach Ost um Kap Horn gesegelt. Dank an alle, die es gesehen haben. Natürlich könnte ich sagen, ich hätte den Fehler absichtlich eingebaut um Euch zu prüfen, aber dem war nicht so. Ich bin halt wie der legendäre Kapiutän, der morgens immer in seine Schatzkiste schaut und den Zettel studiert "Backbord ist links".
Und die Minensucher in Kap Horn suchen tatsächlich Minen, die die Chilenen 1977 vergraben haben, als die Argentinier Anspruch auf die Insel Lennox und die Nachbarinsel Isla Nueva erhoben haben. Aus Furcht vor Argentinischen Angriffen auf Kap Horn haben die Chilenen damals Kap Horn, Lennox und Isla Nueva vermint. Lennox soll jetzt Minen-frei sein, der Armada- Wächter dort hat aber von Bombenkratern auf Lennox erzählt. Wenn ich mit der nächsten Crew nochmal dorthin komme, werde ich die besuchen..
Auch auf Lennox war Sonnenbaden angesagt, bis pünktlich zum Ablegen ein Schauer daran erinnerte, daß wir im Süden Patagoniens sind.
Viele Grüße von der Leon de Mar,
Jürgen
Schande über mein Haupt! Natürlich sind wir von West nach Ost um Kap Horn gesegelt. Dank an alle, die es gesehen haben. Natürlich könnte ich sagen, ich hätte den Fehler absichtlich eingebaut um Euch zu prüfen, aber dem war nicht so. Ich bin halt wie der legendäre Kapiutän, der morgens immer in seine Schatzkiste schaut und den Zettel studiert "Backbord ist links".
Und die Minensucher in Kap Horn suchen tatsächlich Minen, die die Chilenen 1977 vergraben haben, als die Argentinier Anspruch auf die Insel Lennox und die Nachbarinsel Isla Nueva erhoben haben. Aus Furcht vor Argentinischen Angriffen auf Kap Horn haben die Chilenen damals Kap Horn, Lennox und Isla Nueva vermint. Lennox soll jetzt Minen-frei sein, der Armada- Wächter dort hat aber von Bombenkratern auf Lennox erzählt. Wenn ich mit der nächsten Crew nochmal dorthin komme, werde ich die besuchen..
Auch auf Lennox war Sonnenbaden angesagt, bis pünktlich zum Ablegen ein Schauer daran erinnerte, daß wir im Süden Patagoniens sind.
Viele Grüße von der Leon de Mar,
Jürgen
Sonntag, 17. Januar 2010
Sommer in Kap Horn
Hallo Zusammen,
Auf unserer Route nach Kap Horn hatten wir alles, aber nichts so wie erwartet. Nachdem wir den Kanal Brecknock mit Ziel Kap Horn ( 187 Meilen)verlassen hatten, blies es zunächst backstags mit mehr als 30 Knoten, so daß wir unsere Fahrt verlangsamen mußten, um nicht zu früh ( nachts ) Kap Horn zu erreichen. Mit lediglich 3 qm der Genua waren wir noch reichlich 6 Knoten schnell, die Wellen waren 4 m hoch und der Appetit der Crew hielt sich in Grenzen. Egon hat souverän gesteuert. Am nächsten Tag flaute der Wind ab, bis wir schließlich bei null Wind in der Dünung schaukelten. Wirklich aufgewacht ist der Wind dann nicht mehr, brachte uns aber doch mit 5 Knoten Fahrt voran. Schließlich drehte er auf Nordost, so daß wir zu den wenigen Seglern gehören, die Kap Horn von Ost nach West hoch am Wind angesteuert haben. Schließlich mußten wir sogar noch aufkreuzen..
Doch der Wettergott meinte es gut mit uns und hat nur leichten Wind geschickt, so daß wir in der Caleta León (!) in Kap Horn vor Anker gehen konnten und die Insel besuchen. Mit Ölzeug und drei Pullovern waren wir völlig "overdressed", Kap Horn begrüßte uns mit strahlendem Sonnenschein.
Mit dem Gummiboot an Land gerudert und die steile Holztreppe hoch, schon waren wir völlig verschwitzt und außer Atem. Oben dann ein Hubschrauber, einige Baukcontainer von Minenarbeitern, die irgedwas im Boden suchen, ich habe es nicht völlig verstanden, das Kap Horn Monument, ein Gedenkstein für die Kap Horniers, eine Kapelle, der Leuchtturm und der Leuchtturmwärter mit Frau und zwei kleinen Kindern. Wir wurden mit Limonade begrüßt und haben uns im kleinen Souvenir-Laden umgesehen.
Der Leuchtturmwärter wohnt das ganze Jahr dort und hat 2 Mal einige Wochen Urlaub. Seine Famile lebt ebenfalls dort in einem schmucken Anbau des Leuchtturmes.
Für das Erinnerungsfoto zieht er sich extra seine goldbetresste Uniform an.
Kurz vor uns hat ein Ausflugsdampfer mit 128 Personen an Bord Kap Horn besucht, dann kam noch eine Yacht vorbei, also Hochbetrieb..
Pioniere sind wir hier nicht mehr. Es fehlen eigentlich nur noch eine Hafenmole und ein Besuchersteg..Eine Mole soll tatsächlich geplant sein..sagt der Leuchtturmwärter.
Nach dem kurzen Besuch sind wir schnell zurück auf die Leon de Mar, denn der Ankergrund soll schlecht sein und ein Wetterwechsel kann hier recht plötzlich kommen, schließlich verdanken wir das Sonnenwetter dem Auge des Tiefdruckgebietes..
Ledenfalls können und dürfen wir jetzt jederzeit die Füße auf den Tisch legen..
Obwohl es eigentlich zu einfach war, um wirklich stolz darauf zu sein..
Viele Grüße von der Leon De Mar aus dem sonnigen Süden
von Jürgen
Auf unserer Route nach Kap Horn hatten wir alles, aber nichts so wie erwartet. Nachdem wir den Kanal Brecknock mit Ziel Kap Horn ( 187 Meilen)verlassen hatten, blies es zunächst backstags mit mehr als 30 Knoten, so daß wir unsere Fahrt verlangsamen mußten, um nicht zu früh ( nachts ) Kap Horn zu erreichen. Mit lediglich 3 qm der Genua waren wir noch reichlich 6 Knoten schnell, die Wellen waren 4 m hoch und der Appetit der Crew hielt sich in Grenzen. Egon hat souverän gesteuert. Am nächsten Tag flaute der Wind ab, bis wir schließlich bei null Wind in der Dünung schaukelten. Wirklich aufgewacht ist der Wind dann nicht mehr, brachte uns aber doch mit 5 Knoten Fahrt voran. Schließlich drehte er auf Nordost, so daß wir zu den wenigen Seglern gehören, die Kap Horn von Ost nach West hoch am Wind angesteuert haben. Schließlich mußten wir sogar noch aufkreuzen..
Doch der Wettergott meinte es gut mit uns und hat nur leichten Wind geschickt, so daß wir in der Caleta León (!) in Kap Horn vor Anker gehen konnten und die Insel besuchen. Mit Ölzeug und drei Pullovern waren wir völlig "overdressed", Kap Horn begrüßte uns mit strahlendem Sonnenschein.
Mit dem Gummiboot an Land gerudert und die steile Holztreppe hoch, schon waren wir völlig verschwitzt und außer Atem. Oben dann ein Hubschrauber, einige Baukcontainer von Minenarbeitern, die irgedwas im Boden suchen, ich habe es nicht völlig verstanden, das Kap Horn Monument, ein Gedenkstein für die Kap Horniers, eine Kapelle, der Leuchtturm und der Leuchtturmwärter mit Frau und zwei kleinen Kindern. Wir wurden mit Limonade begrüßt und haben uns im kleinen Souvenir-Laden umgesehen.
Der Leuchtturmwärter wohnt das ganze Jahr dort und hat 2 Mal einige Wochen Urlaub. Seine Famile lebt ebenfalls dort in einem schmucken Anbau des Leuchtturmes.
Für das Erinnerungsfoto zieht er sich extra seine goldbetresste Uniform an.
Kurz vor uns hat ein Ausflugsdampfer mit 128 Personen an Bord Kap Horn besucht, dann kam noch eine Yacht vorbei, also Hochbetrieb..
Pioniere sind wir hier nicht mehr. Es fehlen eigentlich nur noch eine Hafenmole und ein Besuchersteg..Eine Mole soll tatsächlich geplant sein..sagt der Leuchtturmwärter.
Nach dem kurzen Besuch sind wir schnell zurück auf die Leon de Mar, denn der Ankergrund soll schlecht sein und ein Wetterwechsel kann hier recht plötzlich kommen, schließlich verdanken wir das Sonnenwetter dem Auge des Tiefdruckgebietes..
Ledenfalls können und dürfen wir jetzt jederzeit die Füße auf den Tisch legen..
Obwohl es eigentlich zu einfach war, um wirklich stolz darauf zu sein..
Viele Grüße von der Leon De Mar aus dem sonnigen Süden
von Jürgen
Donnerstag, 14. Januar 2010
Hallo Zusammen
13.1.
der Wind hat sich zum Morgen hin wieder gelegt. Wir stehen spät auf und gönnen uns ein gemütliches Früstück, dabei lauschen wir dem Patagonia Net. Das ist ein Funknetz , das von einem Deutschen aufgezogen wurde und betrieben wird, damit sich die Yachten von Falkland bis Nord-Chile wenn nötig gegenseitig helfen können.
Der Wind schläft wieder, so starten wir erstmal mit Motor. Südwärts den Seno Pedro entlang. Es verpricht eine interessante Tour zu werden, denn es geht an einigen Engstellen vorbei, eine ist nur 4 Meter tief und 35 Meter breit.
Wir hatten einen kurzen Windstoß und haben gleich das Segel rausgenommen. Der Wind schlief aber nach ein paar Minuten wieder ein, so motoren wir jetzt wieder.
Wir sind bis aus dem Seno Awcalisman motort die Engstelle erwies sich dann doch nicht als so schwierig. Das schwierigste ist immer die Gegebenheten mit der Karte in Deckung zu bringen. Wenn das gelungen ist, ist der Rest auch gut zu schaffen. trotz der 3 kn Strom die uns geschoben haben.
Mit der Windstille war es dann nach dem Seno Ackwalisnan vorbei. Zuerst konnten wir noch mit der ganzen Genua segeln. mußten sie dann aber Stück für Stück verkleinrn zudem kam der Wind immer vorlicher bzw. unser Kurs wurde westlicher. Leider kann man mit der gerefften Genua nicht mehr so viel Höhe laufen. Das hat dann dazu geführt, daß wir wieder den Motor nutzen mußten.
Wir haben uns dann mit Motor gegen gute 40 kn Wind den Canal Cockburn entlang gekämpft, bis zur Isla Adelaida. Hier werden wir übernachten.
Für das ankern müssen wir Landleinen ausbringen. Dazu müssen wir aber erst das Schlauchboot wieder aufpumpen, Jürgen fährt solange Kreise. Spät kochen wir diesen Abend.
Trotz des vielen Windes und der Wellen gegenan, gibt es immer wieder sonnige Momente in denen die Erhabenheit und schroffe Schônheit dieser Landschaft verlockt. Auch die Böen bis 54 kn und unsere gewaltige Fahrt über Grund von 1.5kn können diesem Eindruck wenig anhaben.
Aus irgendeinem Grund finden Albatrosse dieses Wetter scheinbar toll zum Fliegen und auch einige Seeschwalben meinen unterwegs sein zu müssen.
Wir dagegen sind froh als wird die Insel erreicht haben.
Sie war ursprünglich nicht unser Ziel, bietet aber einen guten Startpunkt für morgen.
14.1.
Heite haben wir alle recht lang geschlafen. Trotzdem konnte ich noch ein wenig von der Morgenstimmung im Bild festhalten.
Bevor wir aufbrechen dichtet Jürgen noch schnell ein Leck im Spülenabfluß ab. Es reicht wenn Wasser durch Regen und feuchtes Ölzeug in's Boot getragen wird, wir müssen uns nicht noch selber fluten.
Das Ankermanöver wollen wir heute etwas anders gestalten. Jürgen vermutet, daß sich die Kette im Grund verhakt hat, deshalb werden wir die Landleinen erst lösen,wenn der Anker frei ist. Abgesehn von einer leichten Verhakung eines Haufens Kette, die sich jedoch ohne größeren Aufwand beheben läßt, bekommen wir den Anker gut frei. Allerdings fischen wir einen mächtigen Berg Kelp mit dem Anker den wir vom Dingi aus los schneiden.
So befreit holen wir nach und nach die Landleinen ein. Wir hatten diesmal reichlich Meter draussen und es gibt einen ziemlichen Wust im Cockpit. Bis alles aufgeschossen und verstaut ist, fährt Jürgen Kreise. So können wir im Schutze der Bucht aufklarieren. Kaum draussen zeigt ich, dass dies eine gute Wahl war. Der Wind bläst wieder mit bis zu 40 kn. Wir setzen die gerefft Genua und segeln so durch die Paso Sur. Für die Strecke, die uns gestern Stunden gekostet hat, brauchen wir jetzt nur ein halbe Stunde. Anschließend südlich durch den Canal Cockburn hinein in den Canal Brecknock. Die Dünung geht heftig im Cockburn. Der Wind steht genau hinein in den Canal. Die Wellen brechen sich und an der Insula Aguirre
schäumt die Brandung.
In der Abdeckung des Brecknock segelt es sich deutlich angenehmer.
Bald geht es hinaus auf's Meer ohne eine schützende Insel. Dann haben uns die Wellen wieder.
Wenn der Wetterbericht recht hat, soll der Wind nachlassen, wenn ...
Ingo
von der Leon de Mar
der Wind hat sich zum Morgen hin wieder gelegt. Wir stehen spät auf und gönnen uns ein gemütliches Früstück, dabei lauschen wir dem Patagonia Net. Das ist ein Funknetz , das von einem Deutschen aufgezogen wurde und betrieben wird, damit sich die Yachten von Falkland bis Nord-Chile wenn nötig gegenseitig helfen können.
Der Wind schläft wieder, so starten wir erstmal mit Motor. Südwärts den Seno Pedro entlang. Es verpricht eine interessante Tour zu werden, denn es geht an einigen Engstellen vorbei, eine ist nur 4 Meter tief und 35 Meter breit.
Wir hatten einen kurzen Windstoß und haben gleich das Segel rausgenommen. Der Wind schlief aber nach ein paar Minuten wieder ein, so motoren wir jetzt wieder.
Wir sind bis aus dem Seno Awcalisman motort die Engstelle erwies sich dann doch nicht als so schwierig. Das schwierigste ist immer die Gegebenheten mit der Karte in Deckung zu bringen. Wenn das gelungen ist, ist der Rest auch gut zu schaffen. trotz der 3 kn Strom die uns geschoben haben.
Mit der Windstille war es dann nach dem Seno Ackwalisnan vorbei. Zuerst konnten wir noch mit der ganzen Genua segeln. mußten sie dann aber Stück für Stück verkleinrn zudem kam der Wind immer vorlicher bzw. unser Kurs wurde westlicher. Leider kann man mit der gerefften Genua nicht mehr so viel Höhe laufen. Das hat dann dazu geführt, daß wir wieder den Motor nutzen mußten.
Wir haben uns dann mit Motor gegen gute 40 kn Wind den Canal Cockburn entlang gekämpft, bis zur Isla Adelaida. Hier werden wir übernachten.
Für das ankern müssen wir Landleinen ausbringen. Dazu müssen wir aber erst das Schlauchboot wieder aufpumpen, Jürgen fährt solange Kreise. Spät kochen wir diesen Abend.
Trotz des vielen Windes und der Wellen gegenan, gibt es immer wieder sonnige Momente in denen die Erhabenheit und schroffe Schônheit dieser Landschaft verlockt. Auch die Böen bis 54 kn und unsere gewaltige Fahrt über Grund von 1.5kn können diesem Eindruck wenig anhaben.
Aus irgendeinem Grund finden Albatrosse dieses Wetter scheinbar toll zum Fliegen und auch einige Seeschwalben meinen unterwegs sein zu müssen.
Wir dagegen sind froh als wird die Insel erreicht haben.
Sie war ursprünglich nicht unser Ziel, bietet aber einen guten Startpunkt für morgen.
14.1.
Heite haben wir alle recht lang geschlafen. Trotzdem konnte ich noch ein wenig von der Morgenstimmung im Bild festhalten.
Bevor wir aufbrechen dichtet Jürgen noch schnell ein Leck im Spülenabfluß ab. Es reicht wenn Wasser durch Regen und feuchtes Ölzeug in's Boot getragen wird, wir müssen uns nicht noch selber fluten.
Das Ankermanöver wollen wir heute etwas anders gestalten. Jürgen vermutet, daß sich die Kette im Grund verhakt hat, deshalb werden wir die Landleinen erst lösen,wenn der Anker frei ist. Abgesehn von einer leichten Verhakung eines Haufens Kette, die sich jedoch ohne größeren Aufwand beheben läßt, bekommen wir den Anker gut frei. Allerdings fischen wir einen mächtigen Berg Kelp mit dem Anker den wir vom Dingi aus los schneiden.
So befreit holen wir nach und nach die Landleinen ein. Wir hatten diesmal reichlich Meter draussen und es gibt einen ziemlichen Wust im Cockpit. Bis alles aufgeschossen und verstaut ist, fährt Jürgen Kreise. So können wir im Schutze der Bucht aufklarieren. Kaum draussen zeigt ich, dass dies eine gute Wahl war. Der Wind bläst wieder mit bis zu 40 kn. Wir setzen die gerefft Genua und segeln so durch die Paso Sur. Für die Strecke, die uns gestern Stunden gekostet hat, brauchen wir jetzt nur ein halbe Stunde. Anschließend südlich durch den Canal Cockburn hinein in den Canal Brecknock. Die Dünung geht heftig im Cockburn. Der Wind steht genau hinein in den Canal. Die Wellen brechen sich und an der Insula Aguirre
schäumt die Brandung.
In der Abdeckung des Brecknock segelt es sich deutlich angenehmer.
Bald geht es hinaus auf's Meer ohne eine schützende Insel. Dann haben uns die Wellen wieder.
Wenn der Wetterbericht recht hat, soll der Wind nachlassen, wenn ...
Ingo
von der Leon de Mar
Hallo Zusammen,
Gut. dass wir nicht selbst einen Weg durch die Inselwelt suchen müssen. Wir wären auf Jahre beschäftigt. Zum
Glück haben das fleißige Vermesser ja bereits getan. Nur leider fehlt oft das Kartendatum oder es stimmt nicht.
Wir wollen in der Bahia Tamar ankern. Das dem Leuchtturmwärter, der auch von der Amada ist, über Funk klar zu machen war gar nicht so einfach. Manchmal macht Jürgen sich einen Spaß daraus, sich die Details aus der Nase ziehen zu lassen.
Bei der Einfahrt in die Bucht sehen wir den Luftstrahl eines Wals und eine Schwanzflosse. Zuerst dachte ich da spritzt Gischt an einem Felsen, aber dann hob er die Flosse. Mehr war aber nicht zu sehen und eine Kamera war nicht griffbereit. Akku leer.
12.1.
Wir starten aus der Bahia Tamar. Der Wind pfeift und wir beschließen das Dingi an Bord zu nehmen. Gar noch so einfach wenn der Wind so weht. Aber wir liegen soweit ruhig vor Anker. Heute soll es die Magelan Strasse entlang gehen. mal sehen wie weit wir kommen. In unserer Bucht gibt es sogar ein Stück Sandstand. Aber keiner hatte gestern Lust bei dem Wind an Land zu gehen.
Der Anker hat auch die ganze Nacht geknarrt und geknallt eigentlich hat wohl das Ankertau die Geräusche gemacht.
Aber egal, es war eine unruhige Nacht.
Nach dem das Boot verstaut ist, machen wir uns auf den Weg.
Anker auf, Magellan wir kommen.
Wir segeln los mit Reff in der Genua, jedoch kaum sind wir auf der Magellan Strasse läßt der wind nach und wir bekommen noch etwas Sonne.
Wahrscheinlich zum Abschied von Patagonien. Feuerland jedenfalls hüllt sich in Wolken. Und wie immer , kaum habe ich die Stammesbemalung der Remstal-Indianer angelegt, fängt es an zu regnen. Naja so ist die Nase windgeschützt.
während Patagonien sich sonnt, übt Feuerland sich in Schauern und Böen.
Wir sind wohl gerade in Feuerland.
Wir fahren nach Süden. Dann möchten wir über den Cockburn zum Meer.
Und dann Richtung Kap Horn.
Je nach Wetter im Schutze des Kanals Brecknock.
So bizzar oder ungewohnt die Felsen hier auch sein mögen, es scheint, dass sich das Auge doch daran gewöhnt.
Längst wirken die glatt geschliffenen Felsen mit den Flechten und dem Moos dazwischen nicht mehr so fremd. Der Anblick ist vertraut geworden. Auch wenn die Inseln nicht wirklich auseinander zu halten sind.
Auf der Magellan Straße haben wir immer wieder Regenschauer , mit starken Böen. Trotzdem kommt jetzt doch immer wieder die Sonne raus, zumindest wird es hell. Wir beschließen diesen Tag in einer Bucht der Insel Carlos III.
13.1.
Die Nacht war ruhig, deshalb bin ich wohl schon so früh aufgewacht. Das Wasser kräuselt sich nur wenig. Man hört die Vögel kreischen. Wir machen ein gemütliches Frühstück auf dem Balkon 10°C.
Wir müssen leider mit Motor fahren, da kein Wind weht.
Dafür begegnen wir Gruppen von Pinguinen. Wir sehen sogar die Atemstöße und Flossen einiger Wale. Leider nicht mehr und alle zu weit weg.
Der Rest des Tages war dann bis nach dem Nachtisch eher ereignislos. Es blieb bis zum Abendessen windstill und grau in grau. Die Bucht im Seno Pedro ist eigentlich ganz hübsch, grüne Hügel zu allen drei Seiten, ein Bach der einmündet. Wir können einen Anker schmeißen und brauchen keine Landleinen.
Während des Abendessens frischt der Wind deutlich auf, über 40kn in den Spitzen. Dabei muß sich wohl der Anker losgerissen haben, denn es hat uns über 100 m vertrieben. Gestern hätten wir da schon in den Steinen gesessen. Glück gehabt!
Wir haben den Anker neu gesetzt und mehr Leine bzw. Kette gesteckt.
Zusätzlich haben wir die GPS-Ankerwache eingeschaltet.
Jetzt hoffen wir auf eine ruhige Nacht.
Ingo
von der Leon de Mar
Gut. dass wir nicht selbst einen Weg durch die Inselwelt suchen müssen. Wir wären auf Jahre beschäftigt. Zum
Glück haben das fleißige Vermesser ja bereits getan. Nur leider fehlt oft das Kartendatum oder es stimmt nicht.
Wir wollen in der Bahia Tamar ankern. Das dem Leuchtturmwärter, der auch von der Amada ist, über Funk klar zu machen war gar nicht so einfach. Manchmal macht Jürgen sich einen Spaß daraus, sich die Details aus der Nase ziehen zu lassen.
Bei der Einfahrt in die Bucht sehen wir den Luftstrahl eines Wals und eine Schwanzflosse. Zuerst dachte ich da spritzt Gischt an einem Felsen, aber dann hob er die Flosse. Mehr war aber nicht zu sehen und eine Kamera war nicht griffbereit. Akku leer.
12.1.
Wir starten aus der Bahia Tamar. Der Wind pfeift und wir beschließen das Dingi an Bord zu nehmen. Gar noch so einfach wenn der Wind so weht. Aber wir liegen soweit ruhig vor Anker. Heute soll es die Magelan Strasse entlang gehen. mal sehen wie weit wir kommen. In unserer Bucht gibt es sogar ein Stück Sandstand. Aber keiner hatte gestern Lust bei dem Wind an Land zu gehen.
Der Anker hat auch die ganze Nacht geknarrt und geknallt eigentlich hat wohl das Ankertau die Geräusche gemacht.
Aber egal, es war eine unruhige Nacht.
Nach dem das Boot verstaut ist, machen wir uns auf den Weg.
Anker auf, Magellan wir kommen.
Wir segeln los mit Reff in der Genua, jedoch kaum sind wir auf der Magellan Strasse läßt der wind nach und wir bekommen noch etwas Sonne.
Wahrscheinlich zum Abschied von Patagonien. Feuerland jedenfalls hüllt sich in Wolken. Und wie immer , kaum habe ich die Stammesbemalung der Remstal-Indianer angelegt, fängt es an zu regnen. Naja so ist die Nase windgeschützt.
während Patagonien sich sonnt, übt Feuerland sich in Schauern und Böen.
Wir sind wohl gerade in Feuerland.
Wir fahren nach Süden. Dann möchten wir über den Cockburn zum Meer.
Und dann Richtung Kap Horn.
Je nach Wetter im Schutze des Kanals Brecknock.
So bizzar oder ungewohnt die Felsen hier auch sein mögen, es scheint, dass sich das Auge doch daran gewöhnt.
Längst wirken die glatt geschliffenen Felsen mit den Flechten und dem Moos dazwischen nicht mehr so fremd. Der Anblick ist vertraut geworden. Auch wenn die Inseln nicht wirklich auseinander zu halten sind.
Auf der Magellan Straße haben wir immer wieder Regenschauer , mit starken Böen. Trotzdem kommt jetzt doch immer wieder die Sonne raus, zumindest wird es hell. Wir beschließen diesen Tag in einer Bucht der Insel Carlos III.
13.1.
Die Nacht war ruhig, deshalb bin ich wohl schon so früh aufgewacht. Das Wasser kräuselt sich nur wenig. Man hört die Vögel kreischen. Wir machen ein gemütliches Frühstück auf dem Balkon 10°C.
Wir müssen leider mit Motor fahren, da kein Wind weht.
Dafür begegnen wir Gruppen von Pinguinen. Wir sehen sogar die Atemstöße und Flossen einiger Wale. Leider nicht mehr und alle zu weit weg.
Der Rest des Tages war dann bis nach dem Nachtisch eher ereignislos. Es blieb bis zum Abendessen windstill und grau in grau. Die Bucht im Seno Pedro ist eigentlich ganz hübsch, grüne Hügel zu allen drei Seiten, ein Bach der einmündet. Wir können einen Anker schmeißen und brauchen keine Landleinen.
Während des Abendessens frischt der Wind deutlich auf, über 40kn in den Spitzen. Dabei muß sich wohl der Anker losgerissen haben, denn es hat uns über 100 m vertrieben. Gestern hätten wir da schon in den Steinen gesessen. Glück gehabt!
Wir haben den Anker neu gesetzt und mehr Leine bzw. Kette gesteckt.
Zusätzlich haben wir die GPS-Ankerwache eingeschaltet.
Jetzt hoffen wir auf eine ruhige Nacht.
Ingo
von der Leon de Mar
Dienstag, 12. Januar 2010
In der Magellanstraße
Hallo Zusammen,
Die Zeit vergeht wie im Flug. Und die bescheuerten Segler auf der Leon de Mar rauschen mit 6 Knoten und mehr an den unvergeleichlichen Schönheiten Patagoniens vorbei. Nicht einen Tag können wir verweilen und uns an Land umschauen.
Die anderen Segler hier, die wir im Patagonien-Netz treffen, bleiben Monate in dieser Gegend und gönnen sich die Muße, Albatrosse, Pinguine, Wale, den Polarfuchs, Seehunde, Delphine, zu beobachten und einen tieferen Eindruck von der Landschaft zu gewinnen. Hätte ich doch die Termine so gelegt, daß wir einen Monat früher hier angekommen und 2 Monate später weitergefahren wären. Aber dummerweise war mir der besondere Reiz und die Schönheit dieser Gegend nicht so bewußt bei der Routenplanung vor 2 Jahren, obwohl ich ja früher von Island und Norwegen ebenso fasziniert war.. Und auch die Größe Patagoniens - länger als Norwegen - ist mir zu spät klar geworden.
Heute lacht die Sonne und nur zwischendurch kommt mal ein Schauer. Der Wind bläst mit 20 Knoten backstags und trägt uns von unserem letzten Ankerplatz an der Einmündung des Kanal Smyth in die Magellanstraße Richtung Isla Carlos III, die wir heute abend erreichen wollen. Der letzte Ankerplatz war zwar von allen Seiten gegen Wellen geschützt, aber der Wind blies kräftig mit bis zu 35 Knoten über die umgebenden Hügel. Wir lagen mit 50 m Kette recht nah an flachen Stellen, aber der Anker war gut eingefahren und hielt dann auch. Die Flachstellen erkennt man hier durch Kelp, das sind braune Algen mit riesigen Blättern an mehrere Meter langen Stengeln. Und einen erheblichen Teil der Nacht mußte ich grübeln, wie man wohl ohne Tauchgang solchen Kelp aus dem Kühlwasseransaugrohr rausbekommt... zum Glück ist uns das noch nicht passiert.
Noch 2 Tage, dann werden wir hoffentlich die Stelle erreichen, wo wir uns entscheiden müssen, ob wir rund Kap Horn fahren oder doch gleich in den Beagle - Kanal. Leider sind wir auf Glück angewiesen, auf günstiges Wetter können wir nicht warten.
Wenn wir früher als geplant, Puerto Williams erreichen, haben wir die Chance die Viermastbark Esmeralda der Chilenischen Marine zu besuchen, die uns gestern überholt hat, allerdings sind wir gesegelt, die Armada hat den Dieselwind benutzt. Nach dem Flaggengruß, den sie nicht erwiedert haben, haben sie uns statt dessen in Puerto Williams an Bord eingeladen.
Mal sehen, ob wir sie dort noch antreffen.
Viele Grüße vom schönsten A.. der Welt von
Jürgen
Die Zeit vergeht wie im Flug. Und die bescheuerten Segler auf der Leon de Mar rauschen mit 6 Knoten und mehr an den unvergeleichlichen Schönheiten Patagoniens vorbei. Nicht einen Tag können wir verweilen und uns an Land umschauen.
Die anderen Segler hier, die wir im Patagonien-Netz treffen, bleiben Monate in dieser Gegend und gönnen sich die Muße, Albatrosse, Pinguine, Wale, den Polarfuchs, Seehunde, Delphine, zu beobachten und einen tieferen Eindruck von der Landschaft zu gewinnen. Hätte ich doch die Termine so gelegt, daß wir einen Monat früher hier angekommen und 2 Monate später weitergefahren wären. Aber dummerweise war mir der besondere Reiz und die Schönheit dieser Gegend nicht so bewußt bei der Routenplanung vor 2 Jahren, obwohl ich ja früher von Island und Norwegen ebenso fasziniert war.. Und auch die Größe Patagoniens - länger als Norwegen - ist mir zu spät klar geworden.
Heute lacht die Sonne und nur zwischendurch kommt mal ein Schauer. Der Wind bläst mit 20 Knoten backstags und trägt uns von unserem letzten Ankerplatz an der Einmündung des Kanal Smyth in die Magellanstraße Richtung Isla Carlos III, die wir heute abend erreichen wollen. Der letzte Ankerplatz war zwar von allen Seiten gegen Wellen geschützt, aber der Wind blies kräftig mit bis zu 35 Knoten über die umgebenden Hügel. Wir lagen mit 50 m Kette recht nah an flachen Stellen, aber der Anker war gut eingefahren und hielt dann auch. Die Flachstellen erkennt man hier durch Kelp, das sind braune Algen mit riesigen Blättern an mehrere Meter langen Stengeln. Und einen erheblichen Teil der Nacht mußte ich grübeln, wie man wohl ohne Tauchgang solchen Kelp aus dem Kühlwasseransaugrohr rausbekommt... zum Glück ist uns das noch nicht passiert.
Noch 2 Tage, dann werden wir hoffentlich die Stelle erreichen, wo wir uns entscheiden müssen, ob wir rund Kap Horn fahren oder doch gleich in den Beagle - Kanal. Leider sind wir auf Glück angewiesen, auf günstiges Wetter können wir nicht warten.
Wenn wir früher als geplant, Puerto Williams erreichen, haben wir die Chance die Viermastbark Esmeralda der Chilenischen Marine zu besuchen, die uns gestern überholt hat, allerdings sind wir gesegelt, die Armada hat den Dieselwind benutzt. Nach dem Flaggengruß, den sie nicht erwiedert haben, haben sie uns statt dessen in Puerto Williams an Bord eingeladen.
Mal sehen, ob wir sie dort noch antreffen.
Viele Grüße vom schönsten A.. der Welt von
Jürgen
Sonntag, 10. Januar 2010
Hallo Zusammen,
9.1.
der heutige Tag begrüßte uns mit einer viertelstündigen Regenpause, die wir nutzten , um den Anker zu hieven und unsere Bucht, Caleta Rachel, zu verlassen. Der Wind kommt wie in dem letzten Tagen meistens aus nördlicher Richtung, wahrscheinlich wird er einfach durch die Kanäle in diese Richtung gezwungen. Er bläst meistens zwischen 8 und 30 Knoten.
Wir konnten also auch heute mit achterlichem Wind starten.
An Trinkwasser mangelt es in dieser Region sicherlich nicht. Keine 5 Minuten im Regen und schon tropfnass und ich meine wirklich tropfend. Im Gegensaz zu gestern zeigt der Himmel heute ab und zu helle Stellen, allerdings nur um uns den nächsten Guß zu verkünden. Die Wolken hängen zum Greifen nah zwischen den Inseln, auf deren "Bergen" Schnee liegt. Die Schneegrenze senkt sich jeden Tag weiter ab, ebenso die Luft- und Wassertemperatur (10 u. 8 °C).
Heute hatten wir zwischen durch auch mal Nebel. Abwechslung muß sein.
Die Landschaft ist immer noch beeindruckend. Die Hänge der Inseln sehen aus wie Schottland, die Kanäle wirken wie norwegische Fjorde und die gesaamte Inselwelt, wie ein zu groß geratener Schärengarten.
In einem etwas klareren Moment haben wir einen Seehund gesehen. Allerdings ist er nur kurz aufgetaucht.
Seehunde und Pinguine sind hier etwas schüchtern. Kaum nähern wir uns, tauchen sie ab. Also keine guten Chancen für die Kamera.
Ich habe mir gerade bei einer ungeschickten Halse 3 Finger der linken Hand verletzt. Es blutet ganz schön. Die Finger sind wegen der Kälte halt gut durchblutet. Ich muß aufpassen, dass ich die Seekarten nicht voll kleckere.
Jetzt sitze ich schon eine Weile im Trockenen, aber die Zeit hat nicht mal gereicht, dass die Jacke aufhört zu tropfen. Die Feuchtigkeit ist hier überall. Gestern Nacht haben wir den Ofen sogar angelassen, um die Sachen wenigstens weitgehend zu trocknen.
Mit etwas Glück bessert sich das Wetter in den nächsten Tagen.
Immerhin ist es jetzt seit um drei trocken gewesen. Nur beim Ankermanöver hat es natürlich nochmal einen Schauer gegeben.
Wir liegen in der Bucht mit dem klanghaften Namen Caleta Moonlight Shadow.
Die Landschaft ist schon bizzar. Die kleinen Inseln im Vordergrund verschwinden gegen den Hintergund, kaum das man sie ausmachen kann. Und ein kleines Stück weiter sieht die Landschaft schon wieder ganz anders aus, weil mit einem mal die Kanäle zwischen den Inseln oder neue Buchten sichtbar werden.
Jürgen hat für uns ein Curry mit Huhn bereitet, mit Zucchini, Ananas und dazu Reis. Als Nachtisch gab es Obstsalat.
10. 1.
Heute sind wir trocken gestartet. Keine Sonne aber trocken, für uns jetzt schon schönes Wetter. Dafür wenig Wind.
Das mit dem Wind hat sich schnell geändert. wir fahren schon wieder 8 kn. Die Landschaft zieht an uns vorbei wie im Flug. Wir sind heute nicht allein, von vorne ein Frachter der leer schnell vorbei zieht von hinten nähert sich eine 4-Mast Bark der chilenischen Armada. Die chilenische Marine und Küstenwache nennt sich so, sie ist für alles was mit Wasser und Küste zu tun hat oder in Küstennähe liegt zuständig. Gerade eben haben wir wieder ein paar Pinguine gesehen, aber immer wenn wir die Kamera bereit haben, sind sie abgetaucht.
Sie sind hier wie gesagt sehr schüchtern.
Patagonien verwöhnte uns heute doch noch mit Sonne und dazu mit einem beeindruckenden Panorama.
Wir haben es nicht ganz bis zu der geplanten Bucht geschafft, haben aber mit der Ankermöglichkeit ein sehr schönes Plätzchen gefunden.
Wir liegen hier an einer Insel in einer Bucht in die ein Fluss, naja vielleicht eher ein Bach mündet. Aber Wasser tropft und läuft hier überall aus dem Boden in die Kanäle. Der Boden ist hier auch eher moosig oder morastig. Wohl ähnlich unseren Moorlandschaften. Kein Wunder bei den Regenfällen. Das alles konnten wir bei unserem heutigen Landgang feststellen. Erst haben wir den Aussenborder neu eingestellt und dann sind wir noch kurz im abendlichen Sonnenlicht auf der Insel "spazieren" gegangen.
Ingo
von der Leon de Mar
9.1.
der heutige Tag begrüßte uns mit einer viertelstündigen Regenpause, die wir nutzten , um den Anker zu hieven und unsere Bucht, Caleta Rachel, zu verlassen. Der Wind kommt wie in dem letzten Tagen meistens aus nördlicher Richtung, wahrscheinlich wird er einfach durch die Kanäle in diese Richtung gezwungen. Er bläst meistens zwischen 8 und 30 Knoten.
Wir konnten also auch heute mit achterlichem Wind starten.
An Trinkwasser mangelt es in dieser Region sicherlich nicht. Keine 5 Minuten im Regen und schon tropfnass und ich meine wirklich tropfend. Im Gegensaz zu gestern zeigt der Himmel heute ab und zu helle Stellen, allerdings nur um uns den nächsten Guß zu verkünden. Die Wolken hängen zum Greifen nah zwischen den Inseln, auf deren "Bergen" Schnee liegt. Die Schneegrenze senkt sich jeden Tag weiter ab, ebenso die Luft- und Wassertemperatur (10 u. 8 °C).
Heute hatten wir zwischen durch auch mal Nebel. Abwechslung muß sein.
Die Landschaft ist immer noch beeindruckend. Die Hänge der Inseln sehen aus wie Schottland, die Kanäle wirken wie norwegische Fjorde und die gesaamte Inselwelt, wie ein zu groß geratener Schärengarten.
In einem etwas klareren Moment haben wir einen Seehund gesehen. Allerdings ist er nur kurz aufgetaucht.
Seehunde und Pinguine sind hier etwas schüchtern. Kaum nähern wir uns, tauchen sie ab. Also keine guten Chancen für die Kamera.
Ich habe mir gerade bei einer ungeschickten Halse 3 Finger der linken Hand verletzt. Es blutet ganz schön. Die Finger sind wegen der Kälte halt gut durchblutet. Ich muß aufpassen, dass ich die Seekarten nicht voll kleckere.
Jetzt sitze ich schon eine Weile im Trockenen, aber die Zeit hat nicht mal gereicht, dass die Jacke aufhört zu tropfen. Die Feuchtigkeit ist hier überall. Gestern Nacht haben wir den Ofen sogar angelassen, um die Sachen wenigstens weitgehend zu trocknen.
Mit etwas Glück bessert sich das Wetter in den nächsten Tagen.
Immerhin ist es jetzt seit um drei trocken gewesen. Nur beim Ankermanöver hat es natürlich nochmal einen Schauer gegeben.
Wir liegen in der Bucht mit dem klanghaften Namen Caleta Moonlight Shadow.
Die Landschaft ist schon bizzar. Die kleinen Inseln im Vordergrund verschwinden gegen den Hintergund, kaum das man sie ausmachen kann. Und ein kleines Stück weiter sieht die Landschaft schon wieder ganz anders aus, weil mit einem mal die Kanäle zwischen den Inseln oder neue Buchten sichtbar werden.
Jürgen hat für uns ein Curry mit Huhn bereitet, mit Zucchini, Ananas und dazu Reis. Als Nachtisch gab es Obstsalat.
10. 1.
Heute sind wir trocken gestartet. Keine Sonne aber trocken, für uns jetzt schon schönes Wetter. Dafür wenig Wind.
Das mit dem Wind hat sich schnell geändert. wir fahren schon wieder 8 kn. Die Landschaft zieht an uns vorbei wie im Flug. Wir sind heute nicht allein, von vorne ein Frachter der leer schnell vorbei zieht von hinten nähert sich eine 4-Mast Bark der chilenischen Armada. Die chilenische Marine und Küstenwache nennt sich so, sie ist für alles was mit Wasser und Küste zu tun hat oder in Küstennähe liegt zuständig. Gerade eben haben wir wieder ein paar Pinguine gesehen, aber immer wenn wir die Kamera bereit haben, sind sie abgetaucht.
Sie sind hier wie gesagt sehr schüchtern.
Patagonien verwöhnte uns heute doch noch mit Sonne und dazu mit einem beeindruckenden Panorama.
Wir haben es nicht ganz bis zu der geplanten Bucht geschafft, haben aber mit der Ankermöglichkeit ein sehr schönes Plätzchen gefunden.
Wir liegen hier an einer Insel in einer Bucht in die ein Fluss, naja vielleicht eher ein Bach mündet. Aber Wasser tropft und läuft hier überall aus dem Boden in die Kanäle. Der Boden ist hier auch eher moosig oder morastig. Wohl ähnlich unseren Moorlandschaften. Kein Wunder bei den Regenfällen. Das alles konnten wir bei unserem heutigen Landgang feststellen. Erst haben wir den Aussenborder neu eingestellt und dann sind wir noch kurz im abendlichen Sonnenlicht auf der Insel "spazieren" gegangen.
Ingo
von der Leon de Mar
Samstag, 9. Januar 2010
In den 50er Breiten
Hallo Zusammen,
Rasmus meint es mal wieder zu gut mit uns und beschert uns auch in den Kanälen Patagoniens guten Segelwind von achtern, mal 4 mal 8 Beaufort. Das Segeln ist dann viel angenehmer als auf dem Ozean, weil es praktisch keine Wellen gibt und so gleitet unser Schiffchen wie auf Schienen dahin. Aber alles hat seinen Preis und so zahlen wir mit unglaublichem Regen. Ein Schauer wird vom nächsten abgelöst und zwischendurch nieselt es. Nach 24 Stunden ist ein 10 l. Eimer, der draußen steht, voll. Die Sonne hat sich verkrochen und die Schneeberge rundum hüllen sich in Nebel oder Wolken. Von der Crew trieft es ins Schiff, sobald jemand den Niedergang herunterkommt. An den Luken bildet sich Kondenswasser und der Ofen schafft es abends kaum, alles wieder trocken zu bekommen.
Im Patagonia Cruisers Net ist dann von Liquid Sunshine und Liquid Moonshine die Rede.
Zwischendurch entschädigt uns aber eine phantastische Gebirgslandschaft mit Schneebergen, Gletschern und zahllosen Wasserfällen.
Delphine und Pinguine tauchen um uns herum, ab und zu ein Albatros und einige kleinere Seevögel.
Und es ist nicht ganz einsam, gestern haben wir zwei Tanker gesehen, heute ist die Star Princess vorbeigefahren auf Kreuzfahrt zum Amalien-Gletscher, den wir leider links liegen lassen müssen, wenn wir einigermaßen pünktlich in Ushuaia ankommen wollen.
Viele Grüße aus dem schönen Patagonien von
Jürgen
Rasmus meint es mal wieder zu gut mit uns und beschert uns auch in den Kanälen Patagoniens guten Segelwind von achtern, mal 4 mal 8 Beaufort. Das Segeln ist dann viel angenehmer als auf dem Ozean, weil es praktisch keine Wellen gibt und so gleitet unser Schiffchen wie auf Schienen dahin. Aber alles hat seinen Preis und so zahlen wir mit unglaublichem Regen. Ein Schauer wird vom nächsten abgelöst und zwischendurch nieselt es. Nach 24 Stunden ist ein 10 l. Eimer, der draußen steht, voll. Die Sonne hat sich verkrochen und die Schneeberge rundum hüllen sich in Nebel oder Wolken. Von der Crew trieft es ins Schiff, sobald jemand den Niedergang herunterkommt. An den Luken bildet sich Kondenswasser und der Ofen schafft es abends kaum, alles wieder trocken zu bekommen.
Im Patagonia Cruisers Net ist dann von Liquid Sunshine und Liquid Moonshine die Rede.
Zwischendurch entschädigt uns aber eine phantastische Gebirgslandschaft mit Schneebergen, Gletschern und zahllosen Wasserfällen.
Delphine und Pinguine tauchen um uns herum, ab und zu ein Albatros und einige kleinere Seevögel.
Und es ist nicht ganz einsam, gestern haben wir zwei Tanker gesehen, heute ist die Star Princess vorbeigefahren auf Kreuzfahrt zum Amalien-Gletscher, den wir leider links liegen lassen müssen, wenn wir einigermaßen pünktlich in Ushuaia ankommen wollen.
Viele Grüße aus dem schönen Patagonien von
Jürgen
Mittwoch, 6. Januar 2010
Der mit den Eisbergen schwimmt
Hallo Zusammen,
Am 4. 1. segeln wir mit leichtem Rückenwind in die Straße von Messier, ständig wechselt das Wetter von diesig auf sonnig, leichten Regen und wieder Sonne. Die Genua zieht uns mit 5 Knoten vorbei an magischen Kulissen. In der Ferne blaßgraue Schneeberge, näher die Berge dunkler grau, davor braune Felsen mit dunkelgrünen Kiefern bewachsen, irgendwie erinnernd an Norwegen, Schottland und Island.
Abends fällt der Anker in der Bucht "Caleta Point Lay", einem schmalen Einschnitt in der Isla Wellington. Das erste Mal bringen wir Landleinen aus: Man ankert mit Buganker und fährt dann rückwärts in eine ganz schmale Bucht und sicher das Schiff mit Landleinen hinten beidseits an Bäumen oder Felsen. Wir haben einen riesigen Bund Polypropylenleine ( schwimmt) besorgt und versuchen nun jeweils ca. 100 m davon kinkenfrei mit dem Beiboot auszubringen. Da das neue Beiboot eigentlich zu groß für die Leon de Mar ist, können wir es nur ohne Luft an Deck stauen, und so ist die Aktion, es ins Wasser zu bringen recht aufwendig. Wir kranen es mit dem Großfall hoch, lassen es aufrecht wieder aufs Deck runter und blasen dann die Schläuche auf. Als es schließlich schwimmt, läuft Wasser hinein, denn das Abwasserloch liegt dummerweise unter der Wasserlinie, was ich falsch eingeschätzt habe und den Srtöpsel nicht zugemacht..
So habe ich zum endgültigen Aufblasen der Schläuche erst mal nasse Füße.
Aber schließlich bringen Thomas und Ingo die Landleinen aus, beide auf Slip, so daß wir sie später vom Schiff aus bedienen können.
Bald bullert der Ölofen und wir genießen Linsen mit Würstchen, heute verlängert mit Nudeln und dazu den überfälligen Sylvester-Sekt.
Am nächsten Morgen ist es total windstill, die steilen Ufer und der Halbmond am zwielichtigen Morgenhimmel spiegeln sich im braunen Wasser, in der Ferne sieht man Robben schwimmen.
Ich nehme mein Morgenbad, nicht viel länger als eine Sekunde, bin aber mächtig stolz darauf, ganz unterzutauchen.
Später holen Thomas und Ingo Wssser aus dem nahen Wasserfall und bald müssen wir schon weiter.
Wie eigentlich immer auf dieser scheinbar so langen Reise ist der Termindruck lästig, man bräuchte hier viel mehr Zeit, Monate statt Wochen..
Mit besten Bedingungen segeln wir weiter nach Süden zum Eingang des Iceberg - Fjordes. Hier nehmen uns die steil aufragenden hohen Berge den Wind und wir motoren durch 4 Grad kaltes hellgrünes Wasser Richtung Gletscher. Dann wird das Wasser dunkler grün und die Temperatur steigt an auf 9 Grad. Die Wasserfarbe scheint einen Indikator für die Wassertemperatur zu haben.
Delphine, die hier schwarz-weiß sind, begleiten uns und ein besonders gut gelaunter zeigt uns geschraubte Saltos, Pirouetten und gerollte Luftsprünge.
Und dann kommt der erste "Eisberg" angeschwommen, Eisberg ist etwas übertrieben für diese ca 5 m großen Gebilde, aber sie sollen ja unter Wasser erheblich größer sein..
In der Ferne sehen wir den Gletscher mit weißer Oberfläche und blauem Eis an der Abbruchkante. Hin und wieder ein ungewohntes Dröhnen, wenn wieder ein Brocken abbricht und ins Meer stürzt.
Wir manövrieren vorsichtig durch die Eisbergchen und Thomas gelingt es, von einem die Spitze abzubrechen, so daß wir für den Abend Whisky on the Iceberg -Rocks genießen können.
An der tiefbleuen Eisbergkante können wir uns gar nicht satt sehen und verharren lange treibend zwischen den Schollen und machen sicher an die 200 Fotos. Plötzlich werden wir auf Kanal 16 angerufen.
An Land steht eine Hütte der Nationalparkverwaltung CONAF. Dort wohnt jeweils für einen Monat eine Besatzung, jetzt zwei Männer und des einen Frau mit Tochter von 1 Jahr, 3 Monaten. Wir werden zu Kaffee und selbstgebackenem Brot eingeladen, später zum Abendessen mit Fisch aus dem Fjord. Hier kommen im Jahr knapp 15 Yachten vorbei und es war auch schon mal ein Kreuzfahrtschiff hier, aber insgesamt doch sehr einsam. Wege oder Straßen hierher gibt es nicht und die Bewohner haben auch kein eigenes Boot. Ihre Aufgabe ist es, die Wildtiere ( Füchse, Ziegen, und andere Reh-artige Tiere, deren Namen ich nicht verstanden habe zu beobachten. Manchmal gehen sie auf die Jagd nach verwilderten Kühen, die in den Bergen rumlaufen sollen, aber eigentlich gibt es wenig zu tun. Die Station ist das ganze Jahr besetzt, Die Vorräte müssen jeweils für 5 Wochen mitgebracht werden, eher kommt kein Versorgungsschiff, zwischendurch gibt es aber Verbindung durch Telefon und Internet.
Es herrscht Mangel an Kartoffeln und Schokolade, so geben wir ein wenig von unseren Vorräten ab und erhalten dafür frischgebackenes Brot.
Einen Brief nehmen wir mit, den wir in Puerto Edén persönlch zustellen werden.
Nach ruhigen Schlaf unter einer richtig warmen Decke zieht es mich am Morgen wieder ins Wasser, so daß ich tatsächlich, wenn auch nur eine Sekunde, mit den Eisbergen schwimme..
Und schon sind wir wieder auf dem Weg, Richtung Puerto Edén.
Viele Grüße vom magischen Ende der Welt von
Jürgen
von der Leon de Mar
Am 4. 1. segeln wir mit leichtem Rückenwind in die Straße von Messier, ständig wechselt das Wetter von diesig auf sonnig, leichten Regen und wieder Sonne. Die Genua zieht uns mit 5 Knoten vorbei an magischen Kulissen. In der Ferne blaßgraue Schneeberge, näher die Berge dunkler grau, davor braune Felsen mit dunkelgrünen Kiefern bewachsen, irgendwie erinnernd an Norwegen, Schottland und Island.
Abends fällt der Anker in der Bucht "Caleta Point Lay", einem schmalen Einschnitt in der Isla Wellington. Das erste Mal bringen wir Landleinen aus: Man ankert mit Buganker und fährt dann rückwärts in eine ganz schmale Bucht und sicher das Schiff mit Landleinen hinten beidseits an Bäumen oder Felsen. Wir haben einen riesigen Bund Polypropylenleine ( schwimmt) besorgt und versuchen nun jeweils ca. 100 m davon kinkenfrei mit dem Beiboot auszubringen. Da das neue Beiboot eigentlich zu groß für die Leon de Mar ist, können wir es nur ohne Luft an Deck stauen, und so ist die Aktion, es ins Wasser zu bringen recht aufwendig. Wir kranen es mit dem Großfall hoch, lassen es aufrecht wieder aufs Deck runter und blasen dann die Schläuche auf. Als es schließlich schwimmt, läuft Wasser hinein, denn das Abwasserloch liegt dummerweise unter der Wasserlinie, was ich falsch eingeschätzt habe und den Srtöpsel nicht zugemacht..
So habe ich zum endgültigen Aufblasen der Schläuche erst mal nasse Füße.
Aber schließlich bringen Thomas und Ingo die Landleinen aus, beide auf Slip, so daß wir sie später vom Schiff aus bedienen können.
Bald bullert der Ölofen und wir genießen Linsen mit Würstchen, heute verlängert mit Nudeln und dazu den überfälligen Sylvester-Sekt.
Am nächsten Morgen ist es total windstill, die steilen Ufer und der Halbmond am zwielichtigen Morgenhimmel spiegeln sich im braunen Wasser, in der Ferne sieht man Robben schwimmen.
Ich nehme mein Morgenbad, nicht viel länger als eine Sekunde, bin aber mächtig stolz darauf, ganz unterzutauchen.
Später holen Thomas und Ingo Wssser aus dem nahen Wasserfall und bald müssen wir schon weiter.
Wie eigentlich immer auf dieser scheinbar so langen Reise ist der Termindruck lästig, man bräuchte hier viel mehr Zeit, Monate statt Wochen..
Mit besten Bedingungen segeln wir weiter nach Süden zum Eingang des Iceberg - Fjordes. Hier nehmen uns die steil aufragenden hohen Berge den Wind und wir motoren durch 4 Grad kaltes hellgrünes Wasser Richtung Gletscher. Dann wird das Wasser dunkler grün und die Temperatur steigt an auf 9 Grad. Die Wasserfarbe scheint einen Indikator für die Wassertemperatur zu haben.
Delphine, die hier schwarz-weiß sind, begleiten uns und ein besonders gut gelaunter zeigt uns geschraubte Saltos, Pirouetten und gerollte Luftsprünge.
Und dann kommt der erste "Eisberg" angeschwommen, Eisberg ist etwas übertrieben für diese ca 5 m großen Gebilde, aber sie sollen ja unter Wasser erheblich größer sein..
In der Ferne sehen wir den Gletscher mit weißer Oberfläche und blauem Eis an der Abbruchkante. Hin und wieder ein ungewohntes Dröhnen, wenn wieder ein Brocken abbricht und ins Meer stürzt.
Wir manövrieren vorsichtig durch die Eisbergchen und Thomas gelingt es, von einem die Spitze abzubrechen, so daß wir für den Abend Whisky on the Iceberg -Rocks genießen können.
An der tiefbleuen Eisbergkante können wir uns gar nicht satt sehen und verharren lange treibend zwischen den Schollen und machen sicher an die 200 Fotos. Plötzlich werden wir auf Kanal 16 angerufen.
An Land steht eine Hütte der Nationalparkverwaltung CONAF. Dort wohnt jeweils für einen Monat eine Besatzung, jetzt zwei Männer und des einen Frau mit Tochter von 1 Jahr, 3 Monaten. Wir werden zu Kaffee und selbstgebackenem Brot eingeladen, später zum Abendessen mit Fisch aus dem Fjord. Hier kommen im Jahr knapp 15 Yachten vorbei und es war auch schon mal ein Kreuzfahrtschiff hier, aber insgesamt doch sehr einsam. Wege oder Straßen hierher gibt es nicht und die Bewohner haben auch kein eigenes Boot. Ihre Aufgabe ist es, die Wildtiere ( Füchse, Ziegen, und andere Reh-artige Tiere, deren Namen ich nicht verstanden habe zu beobachten. Manchmal gehen sie auf die Jagd nach verwilderten Kühen, die in den Bergen rumlaufen sollen, aber eigentlich gibt es wenig zu tun. Die Station ist das ganze Jahr besetzt, Die Vorräte müssen jeweils für 5 Wochen mitgebracht werden, eher kommt kein Versorgungsschiff, zwischendurch gibt es aber Verbindung durch Telefon und Internet.
Es herrscht Mangel an Kartoffeln und Schokolade, so geben wir ein wenig von unseren Vorräten ab und erhalten dafür frischgebackenes Brot.
Einen Brief nehmen wir mit, den wir in Puerto Edén persönlch zustellen werden.
Nach ruhigen Schlaf unter einer richtig warmen Decke zieht es mich am Morgen wieder ins Wasser, so daß ich tatsächlich, wenn auch nur eine Sekunde, mit den Eisbergen schwimme..
Und schon sind wir wieder auf dem Weg, Richtung Puerto Edén.
Viele Grüße vom magischen Ende der Welt von
Jürgen
von der Leon de Mar
Montag, 4. Januar 2010
Endlich in den Kanälen Patagoniens
Hallo Zusammen,
Nach 4 1/2 Tagen auf See sind wir gestern in "Caleta Ideal" vor Anker gegangen. Unsere erste Ankerbucht in der magischen Welt Patagoniens. Nach einer anstrengenden Überfahrt, auf der die ganze Crew kaum Appetit hatte, mit Wellen über 5 Meter und Wind doppelt so viel wie vorhergesagt, in Böen bis 50 Knoten, sind wir in den Golfo de Penas, den Golf der Leiden, eingefahren. Er erwies sich aber als gar nicht so qualvoll, zumindest mit dem Wind von schräg achtern.
Die Ankerbucht dann wie aus dem Märchen, dichte Krüppelwälder rundum, im Hintergrund schroffe Bergkuppen, weiter weg im Dunst die grauen Silhuetten der Anden.
Wir haben dann mit Whisky, Rum, und Rotwein Sylvester nachgefeiert, Ingo hat Linsen mit Würstchewn serviert, als Nachtisch Obstsalat. Dazu hat der Ofen angenehme Wärme verbreitet und ich habe dank meiner Autorität als Skipper den Platz neben dem Ofen erhalten. Bald war es aber so warm, daß wir den Ofen kleingedreht haben, außerdem waren wir von Innen reichlich aufgewärmt und sind recht zeitig in die Kojen gefallen.
Wie angenehm, sich zum Schlafen zu entkleiden, dann ist die Wärme unter der Decke viel kuscheliger, ein Gefühl, das ich seit Valdivia nicht mehr genießen konnte, weil ich auf See ständig in Klamotten schlafe, mein Tick, immer in Bereitschaft sein zu müssen.
Nachdem wir bei Wind, Niesel und dicken Wolken angekommen waren, hat Petrus honoriert, daß wir nicht aufgegessen hatten ( Auf der Südhalbkugel ist es wohl genau andersrum wie gewohnt ). Die Morgensonne strahlt über spiegelglattes Wasser, in der Ferne hört man Vögel singen und Bäche rauschen, aus dem Wasser ragen Steine, die bei Hochwasser überflutet sind und darauf sitzen Tauchvögel wie Pinguine, sind aber eher Verwandte der Kormorane.
Die Wälder leuchten in verschiedenen Grüntönen, ganz hinten leicht rosig die Bergketten.
Nach einem kurzen Bad im 11° warmen Wasser bin ich fit für den Tag.
Nach ausgiebigem Frühstück mit Brot, Butter, Marmelade, Nutella, Käse, Schinkenwurst, Avokados, weichen Eiern und grünem Tee geht es ankerauf. Die Genua zieht uns an Felsen mit braunen Seehunden, und Tauchvögeln vorbei zur Pinguin-Insel, doch Pinguine sehen wir noch nicht. Durch den Kanal Messier, einen breiten Fjord fahren wir Richtung Süden und wollen heute abend in der Caleta Point Lay auf der Isla Wellington ankern.
Morgen wollen wir dann direkt an einem Gletscher im "Seno Iceberg" ankern.
Bis Bald, viele Grüße von Jürgen, Ingo und Thomas von der Leon de Mar
Nach 4 1/2 Tagen auf See sind wir gestern in "Caleta Ideal" vor Anker gegangen. Unsere erste Ankerbucht in der magischen Welt Patagoniens. Nach einer anstrengenden Überfahrt, auf der die ganze Crew kaum Appetit hatte, mit Wellen über 5 Meter und Wind doppelt so viel wie vorhergesagt, in Böen bis 50 Knoten, sind wir in den Golfo de Penas, den Golf der Leiden, eingefahren. Er erwies sich aber als gar nicht so qualvoll, zumindest mit dem Wind von schräg achtern.
Die Ankerbucht dann wie aus dem Märchen, dichte Krüppelwälder rundum, im Hintergrund schroffe Bergkuppen, weiter weg im Dunst die grauen Silhuetten der Anden.
Wir haben dann mit Whisky, Rum, und Rotwein Sylvester nachgefeiert, Ingo hat Linsen mit Würstchewn serviert, als Nachtisch Obstsalat. Dazu hat der Ofen angenehme Wärme verbreitet und ich habe dank meiner Autorität als Skipper den Platz neben dem Ofen erhalten. Bald war es aber so warm, daß wir den Ofen kleingedreht haben, außerdem waren wir von Innen reichlich aufgewärmt und sind recht zeitig in die Kojen gefallen.
Wie angenehm, sich zum Schlafen zu entkleiden, dann ist die Wärme unter der Decke viel kuscheliger, ein Gefühl, das ich seit Valdivia nicht mehr genießen konnte, weil ich auf See ständig in Klamotten schlafe, mein Tick, immer in Bereitschaft sein zu müssen.
Nachdem wir bei Wind, Niesel und dicken Wolken angekommen waren, hat Petrus honoriert, daß wir nicht aufgegessen hatten ( Auf der Südhalbkugel ist es wohl genau andersrum wie gewohnt ). Die Morgensonne strahlt über spiegelglattes Wasser, in der Ferne hört man Vögel singen und Bäche rauschen, aus dem Wasser ragen Steine, die bei Hochwasser überflutet sind und darauf sitzen Tauchvögel wie Pinguine, sind aber eher Verwandte der Kormorane.
Die Wälder leuchten in verschiedenen Grüntönen, ganz hinten leicht rosig die Bergketten.
Nach einem kurzen Bad im 11° warmen Wasser bin ich fit für den Tag.
Nach ausgiebigem Frühstück mit Brot, Butter, Marmelade, Nutella, Käse, Schinkenwurst, Avokados, weichen Eiern und grünem Tee geht es ankerauf. Die Genua zieht uns an Felsen mit braunen Seehunden, und Tauchvögeln vorbei zur Pinguin-Insel, doch Pinguine sehen wir noch nicht. Durch den Kanal Messier, einen breiten Fjord fahren wir Richtung Süden und wollen heute abend in der Caleta Point Lay auf der Isla Wellington ankern.
Morgen wollen wir dann direkt an einem Gletscher im "Seno Iceberg" ankern.
Bis Bald, viele Grüße von Jürgen, Ingo und Thomas von der Leon de Mar
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