Samstag, 5. Mai 2018

Vögel(n) in Helgoland

Endlich losgefahren Richtung St. Petersburg

Beim Motorcheck des knapp 2 Jahre alten  Motors nach Ölwechsel und
Wechsel des Dieselfilters will er nicht anspringen.

Das Bedienpanel hat keinen Strom.

Zum Glück sind drei Elektrotechniker an Bord und installieren ein neues
MDI (Maschinen-Digitales-Inerface), Elektronik ohne die Motoren heute
wohl nicht mehr laufen.

Dann startet der Motor aber die Lichtmaschine liefert keinen Strom. Vom
Bosch-Dienst in WHV bekommen wir eine Austausch-Lichtmaschine.

Nach verschiedenen Überlegungen könnte die Ursache der Störungen eine
Überspannung gewesen sein, deshalb haben wir schnell noch einen
Überspannungsschutz und eine Notstartschaltung unter Umgehung des MDI
installiert. Und - Oh Wunder, am 4.Mai mittags ist alles bereit zum
Ablegen, nur der Richtige Wind war schon abgezogen.

Bei strahlendem Sonnenschein , 3 Stunden unter voller Besegelung und 4
Stunden Motorfahrt heißt es Leinen fest im fast leeren Hafen von
Helgoland, wo die Schwimmstege noch nicht wieder angebracht sind.

Morgen, 6. Mai geht es weiter Richtung Nordostseekanal.

St. Petersburg rückt näher, nur Segelwind ist für die nächsten Tage
nicht in Sicht.

Ihr könnt uns auf Marinetraffic.com verfolgen.

Grüße aus dem sonnigen Helgoland von

Skipper Jürgen

Sonntag, 15. April 2018

Mehr Power für Leon De Mar

Leon De Mar hat jetzt einen stärkeren Motor .
Volvo MD75 mit 75 PS.

Dienstag, 27. November 2012

Törnplan www.LeonDeMar-Mitsegeln.de 2013

Hallo Zusammen,

Unser neuer Törnplan ist auf www.LeonDeMar-Mitsegeln.de online, leider ist Google Blogspot nicht in der Lage, die Webseite korrrekt wiederzugeben..




* 2013 *
Nordseewoche: Regatta nach Edinburgh

Nordsee Ostsee Götakanal Stockholm Stockholmer Schären Aland-Inseln
Im Rahmen der Nordseewoche wollen wir ab Pfingstmontag an der Hochseeregatta von Helgoland nach Edinburgh teilnehmen.
Traditionell beanspruchen wir ja den 3. Platz in unserer Gruppe, ob das gelingt, hängt natürlich von der Crew ab. Jedenfalls soll auch der Spaß nicht zu kurz kommen.

Nach der ausgiebigen Feier in Edinburgh geht es zurück über Nordsee und Skagerak
( oder Limfjord) nach Göteborg.
Von Göteborg fahren wir durch den berühmten GÖTA Kanal nach Stockholm.
Dann erkunden wir die Stockholmer Schären und die Aaland Inseln.
Schließlich segeln wir an der schwedischen Küste entlang je nach Wetter mit Besuch von Visby, Kalmar, Karlskrona, Bornholm nach Travemünde.

Zur Törnplanung:
18.5.-24.5. Edinburgh Regatta (eine Woche)
25.5.-07.6. Edinburgh - Göteborg ( 2 Wochen)
08.6.-28.6. Göta-Kanal - Stockholm (3 Wochen)
29.6.-19.7. Stockholm-Aaland Inseln - Stockholm (3 Wochen)
20.7.-6.8. Stockholm - Travemünde (4 Wochen)


Nach der Edinburgh-Regatta und Rückreise über die als oft rauher bekannte Nordsee sollen die Törns im Göta-Kanal und den Stockholmer Schären und den Aaland-Inseln eher entspanntes Segeln bieten, wobei man bei widrigen Winden schon mal vor Anker oder im Hafen bleiben kann.

Wer nicht 3 oder 4 Wochen Zeit hat, kann gern auch einzelne Wochen der mehrwöchigen Törns buchen. Für Interessierte an "Langzeit-Mitsegeln" gibt es Sonderpreise.
* Nordsee 2013 * 
Nordsee 1
Skipper:JürgenBrenner
18.5.-24.5.Revierinformationen
Nordsee 2
Skipper:JürgenBrenner
25.5.-7.6.RevierinformationenEdinburgh-Göteborg


* Ostsee 2013 *
Ostsee 1
Skipper:JürgenBrenner
8.6.-28.6.RevierinformationenGöta-Kanal - Stockholm
Ostsee 2
Skipper:JürgenBrenne
29.6.-19.7.RevierinformationenStockholm-Aaland Inseln-Stockholm
Ostsee 3
Skipper:JürgenBrenner
20.7.-16.8.RevierinformationenStockholm - Travemünde

* Nordsee 2013 *
Nordsee 3
Skipper:JürgenBrenner
31.8.-6.9.RevierinformationenTravemünde - Hooksiel



Dienstag, 21. September 2010

Endlich in Hooksiel und weitere Pläne

Hallo Zusammen,

Pünktlich wie die Feuerwehr bin ich in Hooksiel eingelaufen, aber auch am letzten Tag meiner Reise hat Rasmus den Wind von raum auf gegenan gedreht, so daß die letzten Meter die Maschine mitlaufen mußte..
Hier wurden wir von einem kleinen Empfangskomitee mit Schampus und Schnittchen begrüßt, vom WSV Hooksiel erhielt ich gleich einen neuen Vereinswimpel, nachdem der alte fast die ganze Welt gesehen hatte und mein Handgelenk schmückt jetzt die WSV - Hooksiel - Vereins - Uhr mit dem weiß-blau-weißen Vereinsstander. Leon de Mar liegt vertäut zwischen den schmucken Schiffen unserer Kameraden und macht derzeit einen eher mitgenommenen Eindruck, geschuldet der abblätternden Farbe. Das soll sich in den nächsten Monaten ändern, im nächsten Sommer soll sie wieder renoviert glänzen. Mal sehen..

Für den Ausklang der diesjährigen Saison steht noch der Makrelentörn an, es soll von Hooksiel nach Helgoland gehen, sofern Rasmus mitspielt, dabei wollen wir natürlich Makrelen angeln.
Also werft massenhaft Makrelen ins Wasser und kommt mit.
Termine:
Freitag 15. 10. 1200 bis So. 17.10. 1900
Freitag 22.10. 1200 bis So. 24.10. 1500

Alles unter dem Vorbehalt einigermaßen günstiger Winde.

Alle, die schon mal mitgesegelt sind, sind herzlich eingeladen, Kosten entstehen keine außer der Bordkasse.
Bringt Angeln mit!

Bitte meldet euch rechtzeitig unter juergen.brenner@freenet.de , da wir nur Platz für 6, maximal 7 Personen haben.

Viele Grüße aus Oldenburg

von Jürgen

Donnerstag, 9. September 2010

Ankunft in Hooksiel

Hallo Zusammen,

ETA(estimated time of arrival) HOOKSIEL 10.9. 1430h

Montag, 6. September 2010

50 Meilen vor Helgoland

Hallo Zusammen,
Ist es der Klimawandel. der uns verfolgt?
Von Lowestoft nach Helgoland sind es ca. 250 Meilen Ost-Nord-Ost.
Bei normalem Wind wären das 2 Tage. Aber Rasmus will es anders. Eine leichte Brise aus Nordost läßt uns nicht nördlich an Holland vorbei, so segeln wir erstmal nach Ijmuiden- Amsterdam. Dort bestaunen wir den Multi-Kulti- und Touristen -Auflauf in der Innenstadt, werden von Fahrradrikschas fast überrollt, von leicht bekleideten Mädchen aus rot leuchtenden Schaufenstern angelächelt, von einer kaugummikauenden Kellnerin mit Mojitos fast ohne Rum im Café Cuba bedient, und sehen schließlich dem Treiben von der Straßenterrasse einer Kneipe an einer Gracht zu, unter anderem einem bekifften jungen Mann in Unterhose und Jacke, einem anderen als Banane verkleidet..
Am nächsten Morgen bei Sonnenaufgang verlassen wir den idyllischen rammelvollen Sixhaven, dank Flaute ohne andere Schiffe zu berühren und motoren fast ohne Wind zum Markermeer, wo uns der Nord-Nord-Ost mit 3 Windstärken genau entgegenkommt, so daß der Dieselwind herhalten muß. Nach der Schleuse zum Ijsselmeer können wir dann doch ein wenig hoch am Wind segeln, das letzte Stück bis Kornwerdersand müssen wir wieder motoren, um noch rechtzeitig vor 10 Uhr abends (letzte Brückenöffnung) in Harlingen einlaufen zu können. Im malerischen Noordhaven herrscht auch so ein Gedränge, daß wir mit nur 1m Freiraum unser Schiff wenden müssen und dann im Päckchen an der alten Kaje liegen, vorn und hinten je 30 cm zum Nachbarn..
Um 745 morgens öffnet die Brücke und die Hälfte der Yachten macht sich auf den Weg, wieder ist Millimeterarbeit angesagt, und dann Raumschots den Bauwen Slenk entlang an Vlieland und Terschelling vorbei zur Nordsee.
Der Wind kommt aus Ost, unsere Richtung wäre Ost-Nord-Ost, was wir natürlich nicht anliegen können.
Auf dem weiteren Weg liegen 2 Verkehrstrennungsgebiete im Weg, die wir im 90 Grad Winkel queren müssen und dann laufen wir hoch am Wind, der immer mehr auffrischt, mit 50 Grad Richtung Skagerak statt Helgoland. In der Nacht liegt dann noch eine Windpark-Baustelle im Weg, die wir sicherheitshalber weiträumig umfahren, was wieder etliche Meilen kostet. Inzwischen ist der Wind auf 35 Knoten Südost aufgefrischt und wir laufen stark gerefft an Helgoland vorbei, weitere Zunahme des Windes ist angesagt. So werden wir erst morgen, Dienstag in Helgoland ankommen, wo wir wohl bis Freitag auf Wind warten müssen, der uns nach Hooksiel trägt.
Irgendwie habe ich seit Feuerland fast nur Wind von vorn ... das muß dann doch wohl der Klimawandel sein.
Aber die Stimmung ist immer noch gut, obwohl uns auch das Gas ausgegangen ist, und somit die Küche kalt bleibt..

Viele Grüße von der Leon De Mar von
Jürgen
www.LeonDeMar-Mitsegeln.de

Mittwoch, 1. September 2010

Zurück in Europa

Hallo Zusammen,
Am 12.8. sind wir pünktlich in Cork eingelaufen. Im Royal Cork Yachtclub von 1720, dem ältesten Yachtclub der Welt (?) wurden wir gastlich empfangen. Der Club liegt in Crosshaven, einem Dorf ca. 10km flußabwärts von Cork. Es besteht aus einigen Häusern und 7 Pubs. "Im Johnnys Return" haben wir bei Lager und Guinness Ankunft und Abschied gefeiert und zur Freude der Iren ein portugiesisches Fado vorgetragen "Leila" mit Manolo als Solist und Herwig und mir als Chor..Vielleicht gelingt es mir später, das Lied auf meiner Webseite hörbar zu machen.
Die alte Crew war noch nicht von Bord, da war schon die neue da und wir sind auch gleich losgesegelt zu den Scillies, vom Regen in den Sonnenschein und haben dort die Blumenpracht im Botanischen Garten der "Abbey" bestaunt. Rasmus hat uns dann guten Segelwind geschickt, der uns nach Penzance und Fowey geblasen hat, wo wir aber in Nieselregen und Nebel vom wunderschönen Cornwall nichts zu sehen bekommen haben. Dafür habe ich für einen geringen Einsatz auf einer Schweinegrill-Veranstaltung des örtlichen Unterstützervereins für die RNLI, die Lebensrettungsgesellschaft, statt 35 Pints Bier oder einer Reise nach Frankreich oder 50l Farbe ein T-Shirt in der Damengröße M der örtlichen Brauerei gewonnen, das seither unsere Mitseglerin Uli schmückt.
Nach Stippvisiten auf den Kanalinseln Jersey (mondän) und Alderney (kleines Paradies für naturverbundene Rentner) waren wir pünktlich, dank unserer großartigen Tidennavigateuse Uli in Rekordzeit mit Fahrt über Grund von 10 Knoten in Cherbourg wo die Abschiedstränen am Bahnhof noch nicht getrocknet waren, als die neue Crew enterte.
Die Windvorhersage war günstig, 15 bis 20 Knoten aus West, Rasmus leferte aber 35 bis 45 Knoten, was meine neue noch nicht ganz hochseeerfahrene Crew heftig durchschaukelte. So machten wir erstmal im nächsterreichbaren Hafen Eastbourne fest, Ankunft um Mitternacht. Es ist eine Marina, die eher an ein Seniorenstift erinnert, die umstehende Wohnanlage sieht irgendwie aus wie betreutes Wohnen, das ganze ist vor einigen Jahren aus dem Boden gestampft worden. Am Bank-Holiday flanieren dann die Familien zu Besuch bei den Rentnern um die Marina.
Rasmus hat aber nicht genug zu Trinken bekommen, jedenfalls ist er mit Wind seit Eastbourne richtig geizig, so daß wir für den Schlag nach Lowestoft viel länger gebraucht haben, als erhofft und die Prognosen für die nächsten Tage sehen auch eher nach Dieselwind aus.
Ob wir heute abend (1.9.) noch losfahren, oder morgen früh, steht noch nicht fest..
Nächster Stop dann Terschelling oder so.
Irgendwie ist Europa doch klein im Vergleich zu Südamerika..in wenigen Tagesreisen ist man "durch".

Viele Grüße von der Leon De Mar
von Jürgen

www.LeonDeMar-Mitsegeln.de

Wieder in Europa

Hallo Zusammen,
Am 12.8. sind wir pünktlich in Cork eingelaufen. Im Royal Cork Yachtclub von 1720, dem ältesten Yachtclub der Welt (?) wurden wir gastlich empfangen. Der Club liegt in Crosshaven, einem Dorf ca. 10 km flußabwärts von Cork. Es besteht aus einigen Häusern und 7 Pubs. Im "Johnnys Return" haben wir bei Lager und Guinness Ankunft und Abschied gefeiert und zur Freude der Iren ein portugiesisches Fado vorgetragen, "Leila" mit Manolo als Solist und Herwig und mir als Chor..Vielleicht gelingt es mir später, das Lied auf meiner Webseite hörbar zu machen..
Die alte Crew war noch nicht von Bord, da war schon die neue da und wir sind auch gleich losgesegelt zu den Scillies, vom Regen in den Sonnenschein und haben dort die Blumenpracht im Botanischen Garten der "Abbey" bestaunt. Rasmus hat uns dann guten Segelwind geschickt , der uns nach Penzance und Fowey geblasen hat, wo wir aber in Nieselregen und Nebel vom wunderschönen Cornwall nichts zu sehen bekommen haben. Dafür habe ich für einen geringen Einsatz auf einer Schweinegrill-Veranstaltung des örtlichen Unterstützervereins für die RNLI, die Lebensrettungsgesellschaft, statt 35 Pints Bier oder einer Reise nach Frankreich oder 50 l Farbe ein T-Shirt in der Damengröße M der örtlichen Brauerei gewonnen, das seither unsere Mitseglerin Uli schmückt.
Nach Stippvisiten auf den Kanalinseln Jersey ( mondän ) und Alderney (kleines Paradies für naturverbundene Rentner ) waren wir pünktlich, dank unserer großartigen Tidennavigateuse Uli in Rekordzeit mit Fahrt über Grund von 10 Knoten in Cherbourg wo die Abschiedstränen am Bahnhof noch nicht getrocknet waren, als die neue Crew enterte.
Die Windvorhersage war günstig, 15 bis 20 Knoten aus West, Rasmus leferte aber 35 bis 45 Knoten, was meine neue noch nicht ganz hochseeerfahrene Crew heftig durchschaukelte. So machten wir erstmal im nächsterreichbaren Hafen Eastbourne fest, Ankunft um Mitternacht. Es ist eine Marina, die eher an ein Seniorenstift erinnert, die umstehende Wohnanlage sieht irgendwie aus wie betreutes Wohnen, das ganze ist vor einigen Jahren aus dem Boden gestampft worden. Am Bank-Holiday flanieren dann die Familien zu Besuch bei den Rentnern um die Marina.
Rasmus hat aber nicht genug zu Trinken bekommen, jedenfalls ist er mit Wind seit Eastbourne richtig geizig, so daß wir für den Schlag nach Lowestoft viel länger gebraucht haben, als erhofft und die Prognosen für die nächsten Tage sehen auch eher nach Dieselwind aus.
Ob wir heute abend ( 1.9.) noch losfahren, oder morgen früh, steht noch nicht fest..
Nächster Stop dann Terschelling oder so.
Irgendwie ist Europa doch klein im Vergleich zu Südamerika..in wenigen Tagesreisen ist man "durch".

Viele Grüße von der Leon De Mar

von Jürgen

www.LeonDeMar-Mitsegeln.de

Donnerstag, 5. August 2010

Das Azorenhoch verfolgt uns

Hallo Zusammen,
Erst sah es so aus, daß wir nördlich von 44 Grad Nord Westwind erwarten könnten, jetzt ist das Hoch aber mit uns gewandert und obwohl wir 36 Stunden mit Maschine gelaufen sind, ist der Weg nach Irland immer noch von dem Hoch versperrt. Wir laufen zwar jetzt Kurs Nordost, aber der Wind, der erst immer von vorn kam kommt jetzt mit nur 8 Knoten von achtern, was uns auch keine wirkliche Geschwindigkeit segeln läßt, wir machen gerade mal 3 Knoten. Bis morgen gucken wir uns das noch an, dann muß der Dieselwind wieder helfen.
Jedenfalls werden wir alles daran setzen, pünktlich in Cork zu sein und auch die Zeiten für die nächsten Törns wie angegeben einzuhalten. Schließlich haben meine beiden Mitsegler auch berufliche Verpflichtungen.
Wenn uns nicht Delphine begleiten, sehen wir Wale blasen oder Tunfische uns überholen, keiner will jedoch unseren Köder probieren.
So essen wir morgens selbstgemachte Vollkornbrötchen, abends heute spanische Kartoffeltortilla.
Und die Sonne scheint und abends leuchten die Sterne wie man es in Deutschland kaum kennt.
Viel Grüße von der Leon de Mar von
Jürgen

www.LeonDeMar-Mitsegeln.de

Montag, 2. August 2010

Leon De Mar auf dem Weg nach Irland

Hallo Zusammen,

Nachdem uns die Azoren an den letzten Tagen noch mal richtig verwöhnt haben - Wale springen senkrecht aus dem Wasser und landen mit einem Bauchplatscher, Delphine begleiten uns, ein Baracuda beißt an uns schmeckt richtig lecker, Hafenfest mit Musik, Buden und kulinarischen Köstlichkeiten und eine Art Messehallen-Zelt mit örtlichem Kunsthandwerk und auch der Präsentation eines in Horta konstruierten und in Deutschland im Bau befindlichen Forschungs-U-Bootes, das 1500 m tief tauchen soll, bei Google wahrscheinlich zu finden unter Lula (Tintenfisch) und wir wurden in Horta vom Bürgermeister mit Handschlag begrüßt und erhielten einen Präsentkorb mit Käse und Honig sowie eine Hortensienblüte. - sind wir wieder unterwegs Richtung Irland. Allerdings ist das Azorenhoch uns vorausgewandert und sorgt wie seit Monaten für Nordostwind, so daß wir wieder mal eher Richtung Grönland fahren müssen, als nach Europa. Erst in 5 Tagen können wir die Nordwestseite des Hochkerns erreichen und dann Cork anliegen, wenn denn die Prognosen so zutreffen, wie es zur Zeit angesagt ist.
Den Rumpf haben wir noch von Pocken befreit, eine neue Wellenanode angebracht und dem Motor einen Öl- und Ölfilterwechsel gegönnt.
Wir sind zu dritt, mein Freund Manolo aus Spanien, Herwig aus Hamburg und ich, jeder macht jeweils 4 Stunden Wache, Egon steuert und so läßt sich alles zunächst ganz entspannt an bei Leichtwind und Sonnenschein.

Viele Grüße von der Leon de Mar von
Jürgen

www.LeonDeMar-Mitsegeln.de

Mittwoch, 28. Juli 2010

Azoren

Hallo Zusammen,
Sonntag den 18.7. sind wir endlich in Horta eingelaufen und haben erst mal ausgiebig gefeiert, erst die Ankunft, dann nachträglich Martinas Geburtstag. Martina und Rudi sind dann nach Hause geflogen und mit neuer Crew ging es dann auf, die Azoren zu erkunden. Erst Pico mit Besteigung des 2351 m hohen Pico durch die Mädels der Crew, die Männer haben derweil einen faulen Hafentag gehabt, abends gab es allerdings das Fest der Magdalena mit großem Umzug und anschließend Musik wie beim Oldenburger Stadtfest., Dann Sao Jorge mit einer herrlichen Wanderung über Berg und Tal an der Nordküste entlang mit wunderbaren Ausblicken und zauberhaften Blumen am Wegrand, besonders eindrucksvoll die Hortensienhecken als Weghecken und auch Feldhecken. Nur die wilden Erdbeeren hatten kaum Geschmack, dafür machte sich die Minze im abendlichen Salat dann ausgezeichnet. Schließlich sind wir nach Flores gesegelt bzw großteils mit Dieselwind, einer Insel zum Verlieben. Auch dort ein Spaziergang von Lajedo nach Fajâ Grande auf einem alten, teils wahnsinnig steilen Eselsweg.
Kaum Zeit, die Pocken vom Rumpf zu kratzen, zum Glück ist sonst fast alles o.k. an Bord.
Am kommenden Wochenende geht es dann schon wieder los Richtung Irland..

Viel Grüße von Bord der Leon de Mar
von Jürgen Brenner
www.LeonDeMar-Mitsegeln.de

Donnerstag, 15. Juli 2010

Leon de Mar im Azorenhoch

Hallo Zusammen,
Jetzt sind wir schon 29 Tage unterwegs von Jacaré in Brasilien zu den Azoren und immer noch liegen 310 Meilen vor uns. Der Wind ist bis auf einen Rest von 4 Knoten eingeschlafen, aber die Sonne meint es gut mit uns, im Zentrum des Azorenhochs hat sie beschlossen zu scheinen und die Regenwolken zunächst verbannt.
Unter Groß und Maschine laufern wir etwa 3 1/2 Knoten, der Motor dreht mit 1500 Umdrehungen, mehr Gas möchte ich nicht geben, sonst reicht der Sprit nicht. Ohne den leidigen Bewuchs wären wir wohl eineinhalb Knoten schneller, vielleicht ist in Horta dann eine Tauch-Aktion fällig. Unsere Ankunft wird am 18. 7. abends oder am 19. 7. sein, bis dahin muß die Langmut der neuen Mitsegler reichen.
Zum Glück haben Rudi und Martina keine Probleme mit dem Ankunftstermin, Martina hat ihren Urlaub verlängern können und Rudi hat das Glück, als Rentner durchs Dasein zu segeln.

Viele Grüße von der Leon De Mar von
Jürgen

www.LeonDeMar-Mitsegeln.de

Samstag, 3. Juli 2010

18° 33 N 32° 53 W

Hallo Zusammen,
Erstens kommt es anders und zweitens, als man denkt.
Nun sind wir schon 19 Tage unterwegs und haben immer noch 1215 Meilen bis zu den Azoren vor uns.
Seit unserer Abfahrt aus Brasilien quälen wir uns hoch am Wind Richtung Norden, können aber unseren Zielhafen Ponta Delgada nicht anliegen und auch das weiter westlich gelegene Horta nicht. Der NO - Passat bläst mit 6 Windstärken und hat eine ungemütliche 3 m Welle aufgebaut und wir versuchen mit 3. Reff im Groß und 1/3 der Genua dagegen anzusegeln, kommen so aber nur bis 40° an den Wind. Der Kompaß zeigt nach Abzug der Mißweisung ca. 0 Grad, aber unser Kurs ist durch den Versatz durch den Wind und den westlich setzenden Äquatorialstrom von ca. 1,5 Knoten nur 335°.
Die Hoffnung ist immer noch, daß der Wind weiter nach Ost dreht und wir in vielleicht 10 Tagen Kurs auf die Azoren nehmen können.
In jedem Fall werden wir uns verspäten und es ist sogar fraglich, ob wir rechtzeitig zum nächsten Törn am 17.7. in Horta sein können.
Die Stimmumg an Bord wechselt von gut auf bedrückt, je nach kleinen Änderungen der Windrichtung.
Martina muß auf jeden Fall ihren Urlaub überziehen, nur Rudi könnte gelassener sein, da er keine Termine hat.
Aber bei dem Geschaukel und der ständigen Schräglage ist auch der Schlaf nicht so erholsam..
Ja und dann hat endlich ein Fisch angebissen, aber die Leinenbremse war wohl zu fest eingestellt, er hat den Köder abgerissen..
Genug geklagt, hoffen wir, daß Deutschland heute gewinnt..
Euer Jürgen
www.LeonDeMar-Mitsegeln.de

Montag, 21. Juni 2010

Leon de Mar am Äquator

Hallo Zusammen,

Am 6. Tag unserer Reise von Brasilien zu den Azoren haben wir den Äquator überquert, Leon de Mar ist jetzt nach über einem Jahr in südlichen Gefilden wieder auf der Nordhalbkugel unterwegs. Natürlich wurde das Ereignis gebührend gefeiert. 4 Gläser mit Punsch aus tropischen Früchten, Zimt, Zucker, Rum standen bereit. Das erste erhielt Rasmus mit Dank für den Wind und der Bitte, es bei Ostwind zu belassen, bis wir die Azoren erreichen.
Die anderen Gläser haben wir geleert. Wir sind ja zu dritt, Rudi begleitet mich schon seit Januar von Ushuaia, er entwickelt sich doch vom Waschbär zum Seebär. Martina ist frisch aus Deutschland eingeflogen und kämpft noch mit der Sonnenbrandgefahr.
Der Wind ist günstig, aber wir kommen nicht über 5 Knoten Geschwindigkeit hinaus, da wir gegen den nach Westen setzenden Strom etwas Ost gutmachen müssen und am Rumpf sich im 30 Grad Brackwasser von Jacaré reichlich Bewuchs angesiedelt hat. Das letzte Antifouling stammt ja aus Panama Mai 09.
Wir versuchen Richtung Cabo Verde zu fahren und von dort dann einen günstigeren Kurs zum NO-Passat Richtung Azoren zu erwischen.
Die Kartoffeln an Bord sind großenteils verfault, noch ist aber reichlich Obst und Gemüse da in einer Woche ist dann das Frische wohl aufgebraucht..
Heute gab es das erste selbstgebackene Brot, lecker..
Liebe Grüße von
Jürgen, Martina und Rudi

www.LeonDeMar-Mitsgeln.de

Dienstag, 15. Juni 2010

Jacaré 2 - Kojen frei Juli / August / September

Hallo Zusammen,

Heute soll es endlich losgehen Richtung Ponta Delgada auf den Azoren. 2736 Meilen Atlantik trennen uns von unserem Ziel.

Während der ersten Woche wird die Kurzwellenverbindung schwach sein, so daß ich mich möglicherweise nur selten melden kann, nördlich des Äquators und in der Nähe der Azoren erwarte ich dann bessere Funkbedingungen.

Hier ist es regnerisch, fast "Oldenburger Wetter", so daß der Abschied nicht schwer fällt. Aber der Wind ist für die nächsten Tage günstiger SO-Passat.

Ausklariert ist, nur die Policia Federal war nicht zu erreichen, so daß wir ohne Ausreisestempel in den Pässen losfahren..

Für die Törns von den Azoren nach Irland und weiter von Irland nach Cherbourg und weiter von Cherbourg nach Hooksiel sind noch reichlich Kojen frei. Für diese Törns biete ich einen Sonderpreis von nur 100,- Euro pro Woche plus Bordkasse an, also fragt mal rum, ob irgendwer mitsegeln möchte.

Horta - Cork __________ 31.7. - 13. 8.
Cork- Cherbourg _______ 14.8. - 27.8.
Cherbourg - Hooksiel ___ 28.8. - 10.9.

Liebe Grüße von der Leon De Mar von

Jürgen

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Samstag, 12. Juni 2010

Jacaré

Hallo Zusammen,

Günstige, wenn auch schwache Süd bis Südostwinde haben uns eine angenehme Fahrt nach Jacaré beschert. Das ist ein Dorf 8 km flußaufwärts am Rio Paraiba zwischen Cabedelo und Joao Pessoa.. Ein verschlafenes Dörfchen inmitten einer Brachlandschaft, demnächst wächst wohl Joao Pessoa bis hierher, die Hochhäuser und Schnellstraßen sind schon nahebei.
Am Fluß sind 4 Yachtclubs, der aufgeräumteste wird von einem ranzosengeführt.Daneben ist der berühmte Strand von Jacaré, eine kleine Touristen-Souvenir Einkaufsmeile und am Wasser 5 Restaurants mit Anlegestellen für Dingis. Abwechselnd tritt jeden Abend um 5 (um 10 nach 5 geht die Sonne unter) Jurandy do Sax auf, gekleidet in weiß, roter Schal, Aussehen wie ein Guru und spielt auf dem Saxophon Ravels Bolero mit dem
Schlußakkord genau zu Sonnenuntergang. Dabei schreitet er vom Lokal zur Anlegestelle und läßt sich dann in einem weißen Bötchen vor den lauschenden Touristenscharen den Fluß auf und ab paddeln.
Dazu trinkt man frisch gepreßte Tropische Obstsäfte, Caipirinha und genießt rasilianische Leckereien wie Krabbenspieß, verschiedene Salate, Maniok, Fisch, Käse, Oliven, Krebsfleisch, . Später, wenn es ganz dunkel ist, wird in den Restaurants das Licht ausgedreht und in einer weißen Wolke mit farbiger Beleuchtung spielt er das Ave Maria in einer Blues-Jazz-Version.
Ich glaube, gestern war der 3987. Bolero.
Aus Joao Pessoa werden Busladungen von Touristen hergebracht. Nach 2 Stunden fahren die Busse wieder ab und es herrscht Ruhe, in den Kneipen sitzen noch vereinzelte Segler..
Nur am Samstag geht die Party die ganze Nacht durch..

Maria hat uns verlassen und Martina aus Berlin ist zugestiegen, so daß wir Sonntag oder Montag zu dritt zur Überfahrt auf die Azoren starten werden. Vorher gilt es noch einzukaufen.
Neue LED Positionslaternen sind angebracht, die Kompaßbeleuchtung repariert, ein Leck im Wassertank abgedichtet so daß wir bereit sind abzulegen.
Brasilien Ade

Liebe Grüße aus Jacaré von
Jürgen

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Dienstag, 1. Juni 2010

Salvador da Bahia

Hallo Zusammen,

Endlich hatten wir einige Tage bestes Segeln mit Backstagsbrise, so daß wir
früher als geplant bei schwarzer Nacht in Salvador da Bahia eingelaufen
sind, immer wieder ein Abenteuer, da die schwach leuchtenden Seezeichen vor
dem Hintergrund der Lichter einer Millionenstadt kaum auszumachen sind.
Schließlich ankern wir im Vorhafen und verholen dann bei Tageslicht am 30.
5. in den Yachthafen.
Dort liegt man sicher, ständig patrullieren mehrere Wachleute und ein großer
Zaun schützt vor der Allgemeinheit, auf den Ankerplätzen weiter draußen soll
öfter geklaut werden.
Wir liegen im Zentrum der Altstadt, zum eigentlichen alten Zentrum
Pelourinho geht ein Aufzug zur Oberstadt. Hier ist das Zentrum der
brasilianischen Kultur und Musik. Aus zahlreichen Kneipen dringt laute Musik
von Reggae bis Samba, auf den Straßen und in vielen Cafés wird getanzt, die
Läden sind voll mit Kunst und Kunsthandwerk jeder Art, ein Museum reiht sich
ans andere, hier finden wir das Brasilien, das man sich so vorstellt. Und
wenn ich mich zu Sambaklängen versuche, sieht das wahrscheinlich etwas
merkwürdig aus, aber die Musiker applaudieren...
Die Häuser der Altstadt sind großenteils liebevoll restauriert, an den
zahllosen Kirchen wird noch gearbeitet, in der weiteren Umgebung dann aber
Verfall und weiter unten dann Hochhaus-Landschaften wie in Manhattan.
Das Kulturzentrum ist gut bewacht und nachts stehen an allen Straßen, die
herausführen, Polizeiwagen und Polizisten, die Touristen dringend abraten,
weiterzugehen. In die entsprechenden Viertel traut sich dann auch kein
Polizist des Nachts.
Und sogar des Tags ist die Straße am Strand entlang nicht sicher, dreiste
Handtaschenräuber versuchen Maria die Tasche zu entreißen - erfolglos, aber
einer klaut blitzschnell mein Brillenetui mit Lesebrille aus meiner
Brusttasche, hält es wohl für ein Handy.
Ich hatte wohl den Capoeira noch nicht richtig geübt, das ist ein Tanz, der
Straßenkampf nachstellt wie Kickboxen oder Kung Fu zu Musik. Das wird hier
überall aufgeführt.
Morgen geht es weiter Richtung Jacaré, von wo wir dann über den Atlantik
segeln wollen.

Sambagrüße aus Salvador, der Stadt, wo der Bär tanzt
von Jürgen von der Leon De Mar

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Montag, 17. Mai 2010

Isla Grande - Rio

Hallo Zusammen,
Die Zeit vergeht wie im Fluge, schon liegt ein weiterer Crewwechsel hinter uns, Dagmar ist 14 Tage mitgesegelt und Maria aus Mar del Plata ist zugestiegen. Sie wird uns bis Bahia begleiten.
Wir haben Parati besucht, eine renovierte und für Touristen hergerichtete Kleinstadt, früher großer Hafen für die Goldgruben von Minas Gerais, später für den Kaffee-Export. All das hat sich nach Bau entsprechender Straßen zu günstiger gelegenen Häfen verlagert und die alte Pracht ist jetzt Sitz von Künstlern, Restaurants, Boutiquen für die Touristen. Ein berühmtes (?) Puppentheater residiert hier, sie sind aber irgendwo auf Tournee, hier ist halt im Herbst die Saison zu Ende, warum ist schwer verständlich, denn wenn es nicht regnet, ist die Temperatur angenehm 30 Grad und die Sonne scheint den ganzen Tag. Im Sommer soll es mehr regnen..
Leichte tropische Winde haben uns dann zur Isla Grande geschoben, bis in die Zeit der Militärdiktatur eine Gefängnisinsel, jetzt Naturschutzgebiet mit atlantischem Regenwald, beliebten Stränden, besonders bei Wellenreitern, und dem Örtchen Abraao mit vielen Unterkünften, Kneipen, Boutiquen und reichlich internationalem Tourismus. Und alles ohne Autoverkehr., Leider mit Blick auf die gegenüber am Festland gelegene Industrie- und Hafenlandschaft.
Auch hier sind wir viel zu kurz, eigentlich müßte man den Urwald erkunden, aber wir müssem ja weiter und laufen nach einer Nachtfahrt Mittags in die Bucht von Rio ein, entlang am Strand von Ipanema, Copacabana, dann dem Zuckerhut und schließlich machen wir fest in Niteroi gegenüber von Rio im Iate Club Bradsilero. Der noble Yachtclub unterm Zuckerhut nimmt lt. TO Vertreter Angra Gäste angeblich nur mit Einladung auf, unseren Kontaktmann, empfohlen von Reiner Altemöller kann ich telefonisch nicht erreichen. So halten wir uns an die Empehlung des Revierführers.
Rio ist dann wieder überwältigend groß, man bräuchte mehrere Wochen für eine richtige Erkundung, aber es reicht nur zu einem Stadtbummmel, einer Fahrt mit der historischen Straßenbahn nach St. Theresa dürch malerische Gassen mit alten Häusern und Villen an steilen Berghängen, wie in Lissabon muß ich denken.
Dann fahren wir mit der Metro nach Ipanema und bmmeln am Strand lang nach Copacabana, dann landen wir in einem Militärmuseum, einer ehemaligen Feste am Eingang zur Bucht von Rio. Glorifizierung der Taten der Militärdiktatoren ist angesagt, aber auch populäre Kulturveranstaltungen, wie ein Harfenfest.
Aber nicht Harfen spielen auf, sondern mehrere Chöre tragen Choräle und Gospels vor. So ist unsere Erfahrung mit brasilianischer Musik ganz anders als der angedachte Samba..
Den haben wir am Abend vorher live im Yachtclub gehört, allerdings in sehr gepflegter Umgebung mit Caiprinhas von der Bar.
Und dann sind schon wieder 3 Tage vorüber und wir machen uns auf den Weg nach Cabo Frio, uns durch mehrere Ölbohrinseln und dann viele kleine Fischerboote durchschlängelnd.

Liebe Grüße von Jürgen von der der Leon De Mar

www.LeonDeMar-Mitsegeln.de

Samstag, 1. Mai 2010

Angra dos Reis

Hallo Zusammen,

Nun sind wir endlich in Angra dos Reis angekommen nach ca. 1200 Meilen Segeln. Die Bedingungen waren meist mies, Gewitter, Regen, Niesel, Gegenwind, Flaute mit flappenden Segeln..
Dann laufen wir bei strömendem Regen in die malerische Bucht hinter der Isla Grande ein und sehen wenig von der subtropischen Hügellandschaft, den vielen kleinen Inselchen und schließlich der Stadt Angra. Vorher fallen uns viele Riesentanker vor Anker auf und dann entdecken wir in der Nachbarbucht eine riesige Bohrinsel. Offenbar hat der Ölboom das bis dato als verschlafenes Touristenstädtchen beschriebene Angra erreicht.
Wir suchen eine in 2 Yachtführern empfohlene Marina auf mit dem Namen Marina Piratas, und das ist wohl wörtlich gemeint. Für einen Platz am Steg wollen sie 170,- US Dollar pro Tag kassieren. Also Leinen los und weg im strömenden Regen zu der etwas abseits gelegenen Marina des Angra Marina Clube, dort zahlt man doch zivile Preise, ca 20 Euro pro Tag und liegt ganz idyllisch mit Blick auf die Altstadt und netten Leuten.
Die Empfangsdame leiht mir sogar 10 Real für die Busfahrt in die Stadt, wo Behördengänge anstehen von südamerikanischen Dimensionen. Erst müssen wir zu Policia Federal, das Büro am Hafen ist aber wegen Mittagspause bis 14 Uhr geschlossen. Um 14 Uhr erfahren wir dort, daß wir zu einer anderen Polizeidienststelle gehen sollen, ca. 5 min durch die belebte Altstadt. Dort warten wir eine halbe Stunde, bis uns der Beamte sagt, wir müßten erst zur Capitania, zum Glück nicht weit und dann wieder zu ihm, aber mit Kopien der Pässe und des Schiffspapiers, er habe keinen Kopierer.
Bei der Capitania verbringen wir fast eine Stunde, weil der Beamte, der unser Anliegen bearbeitet, ständig mit 2 Telefonen telefonieren muß, schließlich schickt er uns fort, wir sollen erst ein Papier von der Policia Federal holen. Wir finden einen Kopierladen und gehen mit den Kopien zurück zur Polizei und dort macht man uns recht umständlich einen Computerausdruck über unsere Einreise. Mit dem gehen wir wieder zur Capitania, werden aber nach einer weiteren halben Stunde fortgeschickt zur Receita, dem Zoll. Dort warten wir wieder ca. 1 Stunde bis ein sechsseitiges Papier ausgefüllt ist. Inzwischen ist es dunkel geworden, um 17 Uhr sind alle Angestellten der Finanzbehörde gegangen, nur der Büroleiter der meine Papiere bearbeitet ist noch übrig und muß dann eigenhändig das Licht ausmachen. Zum Glück sind die Soldaten in der Capitania offenbar rund um die Uhr erreichbar, jedenfalls gebe ich dort meinen Papierstapel ab und bekomme ein weiteres Papier und die Auflage, beim Verlassen von Angra dort wieder vorzusprechen. Unterwegs habe ich mir noch einen Regenschirm besorgt, sonst wäre ich bis auf die Knochen naß geworden. Erst um 1930 Uhr können wir ein erstes entspanntes Bier trinken..
Jetzt warten wir auf die subtropische Sonne, die morgen scheinen soll und räumen im Schiff etwas auf und machen uns an weitere kleine Reparaturen.

Viele Grüße von
Jürgen
www.LeonDeMar-Mitsegeln.de